Geschichtsbewusst in die Zukunft
Vier Sommer hindurch quälten sich die treuen Freunde des Festival d’Aix-en-Provence durch den «Ring des Nibelungen». Wo einst Mozart im südlichen Licht leuchtete, zogen dunkle Sturmwolken über Walkürenfels und Walhallaburg auf: Wagner verwandelte die Helle des Südens in nordische Düsternis. Düster blieb auch das künstlerische Ergebnis dieser unsinnigen Verpflanzung in die Stadt des «Guten Königs René» mit ihren herrlichen Barockfassaden, plätschernden Brunnen und hohen Platanenalleen.
Und alles nur, weil die Berliner Philharmoniker endlich mal wieder zu Ostern in Salzburg im Gedenken an Osterfestspiel-Gründungsvater Karajan Wagners Tetralogie spielen wollten und dafür einen Partner für die Finanzierung benötigten. Den fanden sie bekanntlich in dem Kooperationsstrategen Stéphane Lissner, der damals noch die Aixoiser Festspiele leitete und für den «Ring»-Zweck ein pompöses neues Theater errichten ließ, bevor er nach Mailand an die Scala entschwand und seinem Nachfolger «Siegfried» und «Götterdämmerung» als Kuckuckseier ins Nest legte.
Bernard Foccroulle hat die Zumutungen mit feinem Lächeln überstanden. Er hatte ganz andere Vorstellungen für das Festival d’Aix: wieder Mozart ins ...
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Viel zu tun bleibt für Macduff nicht mehr. Eingesunken in seinen Rollstuhl, zitternd und am lebendigen Leib von Geschwüren zerfressen, ist sein Feind Macbeth schon am Ende, bevor der Sieger zum finalen Schlag ausholt. Nicht die Rebellen sind es, die den Usurpator in Krzysztof Warlikowskis Inszenierung an der Brüsseler Monnaie-Oper für seine Gewalttaten bestrafen –...
Jubiläen werden gefeiert, wie sie fallen, aber nicht immer kommen dabei auch interessante Erkenntnisse, neue Lesarten, gelungene Aufführungen heraus. Die ostdeutsche Provinz legt nun im 200. Geburtsjahr Robert Schumanns gleich zwei starke Inszenierungen von dessen einziger Oper «Genoveva» vor – ein Stück also, das Zuwendung wirklich nötig hat, denn es wird bis...
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Der...
