Gerettet!

Martinů: Mariechen von Nimwegen
Bremerhaven | Stadttheater

Opernwelt - Logo

Dem Teufel von der Schippe zu springen, das war in alten Zeiten nahezu ein Ding der Unmöglichkeit. Wer sich einmal mit ihm eingelassen hatte, dessen Seele war unrettbar verloren. Aber dann gab es da ein gewisses «Marijken van Nieumeghen», von dessen Schicksal ein niederländisches Mysterienspiel aus dem frühen 16. Jahrhundert erzählt. Das zunächst tugendhafte Mädchen wurde vom Satan verführt, schloss mit ihm einen Pakt, heiratete ihn sogar und genoss sieben Jahre lang alle Freuden und Ausschweifungen des Daseins.

Eine Art weibliche Faust-Figur also, die allerdings am Ende eines sündigen Lebens aufgrund ihrer Reue von den göttlichen Mächten gerettet wird.

Der Stoff dieser Parabel ist in neuerer Zeit mehrfach bearbeitet worden, musikalisch von Eugen d’Albert in dem 1923 in Hamburg uraufgeführten, heute vergessenen Legendenspiel «Mareike aus Nymwegen» und 1933/34 von Bohuslav Martinů – auch diese Werke hatte keine nennenswerte Resonanz. Nun kam Martinůs «Mariechen von Nimwegen» in Bremerhaven wieder auf die Bühne, in der deutschen Übertragung des langjährigen, 1988 verstorbenen «Opernwelt»-Autoren Kurt Honolka. Das Stück bildet den zweiten Teil der aus einem Prolog und drei ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2019
Rubrik: Panorama, Seite 35
von Gerhart Asche

Weitere Beiträge
Der gebremste Schaum der Nostalgie

Inszenatorische Präzedenzfälle werden in dieser Jubiläums-Kassette nicht dokumentiert. Vielmehr sind es mehrheitlich Produktionen, die viele Jahre im Spielplan überdauerten, dabei szenisch selbst in die Jahre kamen und durch Sänger und vor allem Dirigenten wirken. Beispielsweise Verdis «Trovatore» unter Karajans spektakulärem Dirigat, in einer...

Keine Nuance geht verloren

Countertenöre scheinen die Welt der Barockoper heute so zu beherrschen, wie es früher die Kastraten taten, als deren moderne Wiedergänger die falsettierenden Sänger heute oft verstanden werden. «Historisch informiert», wie eine häufig gebrauchte Zauberformel der Aufführungspraxis lautet, ist diese Besetzungsoption freilich nicht. Würde man sich anhand der Quellen...

Borderline-Passion

Ausgerechnet der als Regietheaterschreck in Verruf geratene Tilman Knabe hat mit seiner gesellschaftskritischen Sicht auf Wolfgang Rihms Kammeroper «Jakob Lenz» für den späten Saisonhöhepunkt am Nürnberger Staatstheater gesorgt. Dass das begeisterte Publikum nach der Premiere gar nicht aufhören wollte mit dem Applaudieren, hat gute Gründe. Die Musik der 1979...