Feuer im Graben
Verheißungsvolles rosa Glimmen, dann ein Krach. Der Käfig, der sich vor dem Alkoholator aus dem Bühnenboden schiebt, ist steckengeblieben. Technische Störung in der Untermaschinerie. Die ins Tiefgeschoss der Wartburg verdrängten Triebe – verklemmt! Tannhäuser und eine hochschwangere Venus hieven sich durch die Dachluke und machen oben weiter, so gut es geht. Aber nicht lange. Nach rund zwanzig Minuten wird die Vorstellung unterbrochen: Sicherheitsrisiko. Fast eine Stunde dauert die unfreiwillige Zusatzpause, dann fängt Axel Kober noch mal von vorn an, nur die Ouvertüre lässt er weg.
Michelle Breedt und Torsten Kerl improvisieren, so gut es geht, erst mal ohne Käfig. Die Verunsicherung mag das ihre dazu beitragen, dass die Vorstellung musikalisch unspektakulär ausfällt: Torsten Kerl ist nicht ganz in Form – in der Generalprobe soll er weit besser disponiert gewesen sein – und spart sich seine Kräfte für die Romerzählung. Camilla Nylund gibt eine sehr anständige Elisabeth, Markus Eiche einen forschen Wolfram. Der Käfig ist erst im zweiten Aufzug wieder startklar. Macht nichts: Joep van Lieshouts Bühnenbild wird nächstes Jahr ja nicht mehr gebraucht. Sebastian Baumgartens heftig ...
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Opernwelt September/Oktober 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Wiebke Roloff
Auf dem Cover ein Mädchen, das sich in einen Umhang schmiegt. Silberne Pixel, in weißen Grund geprägt. Sonst nichts. Nur auf dem Rücken dezente Schrift. Die Ränder der Seiten sind in einem aufwändigen Wellenmuster geschnitten. Drinnen, in saftigen Farben, ein Portfolio des Mode- und Werbefotografen Pierre Debusschere. Ein Bildband? Ein Ausstellungskatalog?...
Die anderen an den Händen fassen. Gegen das Scheinwerferlicht an die Rampe laufen, lächeln, sich verbeugen. Wieder zurück. Noch einmal. Und noch mal.
Ob mir das wohl fehlt, wenn ich irgendwann aufhöre? Mal ehrlich, Applaus bringt nicht immer das Beste im Menschen zum Vorschein. Erstaunlich, wie schamfrei manche Kollegen um den besten Platz in der Applausordnung...
Die Lage hat sich weiter zugespitzt. Konfrontiert mit wachsenden Defiziten der New Yorker Metropolitan Opera, nahm sich Intendant Peter Gelb vor, die Personalkosten drastisch zu senken – und forderte von den Mitarbeitern einen Lohnverzicht in Höhe von 16 Prozent (siehe OW 6/2014). Die Musiker hingegen werfen Gelb vor, das Geld für teure, aber schlecht laufende...
