Festspielzeit im Heimkino

Historische Salzburger Aufführungen auf DVD

Opernwelt - Logo

Sechs Produktionen der Salzburger Festspiele aus vier Jahrzehnten hat die jetzt von Arthaus vertretene Firma TDK in ihrer Gold-Edition in zwei Dreierpacks neu herausgebracht. Davon verdienen die frühesten Aufnahmen («Ariadne auf Naxos», «Le nozze di Figaro») als Dokumente der Zusammenarbeit des Regisseurs Günther Rennert mit dem Dirigenten Karl Böhm besondere Aufmerksamkeit.

Der große historische und künstlerische Wert dieser Fernsehaufzeichnungen lässt über die bescheidene Bildqualität (verwaschenes Schwarzweiß) hinwegsehen.

Rennert war ein wegweisender Regiemeister in einer Zeit, in der es den Begriff «Regie-
theater» noch nicht gab. Seine Inszenierungen folgten den Vorgaben des Textes und der Musik, interessierten sich weniger für die Entstehungszeit der Werke und für das Heute. In ihrer Art waren sie modellhaft und können auch mehr als 40 Jahre danach noch ihren Referenzcharakter behaupten. Der Genauigkeit in allen Belangen entsprechen die bis in die kleinste Nebenstimme ausgefeilten Dirigate Böhms.

Die Sängerbesetzungen sind in beiden Aufführungen vorzüglich. Sena Jurinac ist in «Ariadne auf Naxos» (1965) als Komponist eine Offenbarung, überrumpelnd in
ihrer stimmlich und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2009
Rubrik: Medien, Seite 44
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Startschuss für die Berlioz-Renaissance

Schon zu Berlioz’ Lebzeiten galten «Les Troyens» in der fünfaktigen Version als unaufführbar. Der Komponist musste sein ehrgeizigstes Werk deshalb teilen. Was dann am
4. November 1863 unter dem Titel «Les Troyens à Carthage» im Pariser Théâtre-Lyrique zur Uraufführung kam, waren die letzten drei Akte. Die ersten beiden («La Prise de Troie») wurden zehn Jahre nach...

Alles so schön brombeerfarben hier

Es ist schon fast eine betriebliche Übung in den Medien unseres Landes: Je näher es auf die Bayreuther Festspiele zugeht, desto niedriger ist die Hürde, die eine Nachricht überspringen muss, um eifrig publiziert zu werden. Da wird schon einmal vermeldet, dass Katharina Wagner privat mit Holz-Pellets heizt. Aber es gab auch Wichtiges wie den ersten Warnstreik der...

«Das Chaos ist aufgebraucht. Es war die beste Zeit»

Die Szenerie war imposant. Die Wiener Philharmoniker füllten in voller Breite die Felsenreitschule, links hoch oben thronte die Schlagwerk-Gruppe auf einem gesonderten Podest. Rechts hing eine riesige Video-Wand mit grauweißer Grundmusterung, darunter war der Chor, die Konzertvereinigung Wiener Staatsopernchor, postiert. Links hinten erstreckten sich sechs oder...