«...fassen Sie sich kürzer...»
Beschaut man das (Kunst)Werk und weiß um die Umstände seiner Entstehung, fühlt man sich unweigerlich an jenen berühmten Satz von Albert Camus erinnert, der das Wesen des Existenzialismus in exemplarischer Form idiomatisierte: «Man muss sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen», so endet Camus’ maßstabsetzendes Buch «Der Mythos von Sisyphos». Im vorliegenden Fall allerdings ist das Glück der Anstrengung ein geteiltes.
Denn gleich drei Herausgeber – Juliane Brand, Christopher Hailey, Andreas Meyer – haben sich in jahrelanger mühevoller Forscherarbeit dem Ziel verschrieben, den Briefwechsel zwischen Arnold Schönberg und Alban Berg historisch-kritisch zu edieren.
Thomas Ertelt vom Musikwissenschaftlichen Institut in Berlin, der als Gesamtherausgeber der Briefwechsel der Wiener Schule figuriert (als Band eins erschienen die Briefwechsel Zemlinskys mit Schönberg, Webern, Berg und Schreker), geht denn auch nicht zu weit, wenn er im Vorwort die Ansicht vertritt, die Publikation dürfe «nicht nur von ihrem Umfang, sondern mehr noch von ihrer Bedeutung her den Anspruch einer Großtat geltend machen». Den selbst gestellten Anspruch erfüllt diese Edition schon aus einem Grund: ...
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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin: So lautet nicht nur alljährlich der freudetrunkene FanGesang all jener Fußballanhänger, die dem Pokalendspiel entgegenfiebern. Auch als Kulturmetropole steht die bundesdeutsche Kapitale hoch im Kurs – und zwar weltweit. Davon profitieren nicht zuletzt die drei Berliner Opern. Dass der Bund den Großteil der Sanierungskosten...
Eigentlich bemerkt man ihn kaum, den Hausmeister im mausgrauen Kittel, der in diesem Warteraum der Macht voller Sekretärinnen und Ministerialbeamten seine eintönige Arbeit verrichtet. Stoisch öffnet und schließt er immer wieder per Knopfdruck die bis zur Decke reichenden Fensterrolläden. Allmählich changiert so bleiernes Kunstlicht zu kaum weniger befreiendem...
Es hatte in der Luft gelegen. Immer wieder war das Essener Aalto-Theater während der letzten Jahre positiv aufgefallen. Mit Produktionen, die szenisch auf der Höhe der Zeit standen, ohne sich zeitgeistig anzubiedern. Mit einem intakten Hausensemble, das sein Handwerk aus dem Effeff beherrscht – von Händel bis Wagner, von Bellini bis Aribert Reimann. Mit einem...
