Fabelhaft
Mahlers «Kindertotenlieder» sind 20 Minuten größter, inniger Schmerz über den schlimmsten Verlust, den Menschen erleiden können, den Tod ihres Kindes. Gleichzeitig sind sie auch Kunst, fünf Lieder für Mezzosopran und/oder Bariton und Orchester. Jede Aufführung davon hat, so erschütternd sie sein mag, den Repräsentationscharakter, der einem Orchesterkonzert nun einmal innewohnt. Es sei denn, Benedikt von Peter nimmt sich des Werks an.
Seit zwei Jahren ist von Peter Intendant in Luzern, in zwei Jahren wird er das Theater Basel übernehmen, und seit einigen Jahren ist er dabei, das Musiktheater umzukrempeln. Berühmt wurde er mit seiner «Traviata» in Hannover, bei der allein die Sängerin der Violetta auf der Bühne stand; wer sonst noch sang, befand sich in den Rängen. Im Vergleich zu seinem Umgang mit den «Kindertotenliedern» war das noch fast konventionell. Für Luzern ließ er eine Holzbox bauen, die vor dem kleinen, altehrwürdigen Theater steht. In die traut sich auch, wer die Schwelle zum Theater nicht zu überschreiten wagt. Hier, in einem an sich leeren Raum, inszeniert er Mahlers Liedzyklus.
Und erhebt ihn zu einem Gemeinschaftserlebnis. Das Publikum sitzt auf locker verteilten ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Egbert Tholl
Vorn ist einer laut schnarchend eingeschlafen, rechts drängen sich Empörte aus dem Saal, links fließen stille Tränen. Flüstern überall: Das Publikum weiß nach der Pause nicht, wohin mit sich in Romeo Castelluccis «Zauberflöte» an der Brüsseler Münze.
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Wiederentdeckung eines Meisterwerks – oft ist diese Formulierung nicht viel mehr als PR-Hype. Auf diesen «Arminio» aber, eine Partitur aus dem Jahr 1706, die Rinaldo Alessandrini im Archiv der Habsburger Hofkapelle aufgestöbert hat, trifft sie durchaus zu. Nicht so sehr wegen der Form: Das Stück erfüllt alle Kriterien der feste teatrali, die am Wiener Hof damals...
Chapeau! «81 [runs] not out» ist eine stolze Zahl für einen Batsman, noch dazu für einen Amateur, und dies im legendären Londoner Cricket-Stadion «The Oval». Das ist, als hätte jemand beim Fußball in Wembley einen Hattrick erzielt. Britten-Biograf Humphrey Carpenter erwähnt diese Anekdote, um Peter Pears’ Skrupel zu beschreiben, dem diese sportliche Tat angeblich...
