Erotik mit Blaskapelle

Schostakowitsch: Lady Macbeth von Mzensk Zürich / Oper

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Da scheint einer Fuß zu fassen. Eine ästhetisch sehr bewusste Art, Oper zu machen, scheint in Zürich angekommen zu sein. Die Zustimmung, zumindest in den Premieren von Andreas Homokis Team, ist bemerkenswert. Das bedeutet auch: Ein stets als etwas genusssüchtig eingestuftes Publikum bewährt sich vor den Ansprüchen, die die neue Intendanz stellt. Mag sein, dass das auch daran liegt, dass Homoki bislang noch nicht mit dem Kopf durch die Wand wollte.

Auch bei seiner zweiten eigenen Inszenierung nach dem «Holländer» nicht: Dmitri Schostakowitschs «Lady Macbeth von Mzensk» in der Urfassung. Die Aufführung ist in weiten Teilen brillant. Sie erzielt so manche mitreißende «Massen»-Bewegung – und das auch dank Ernst Raffelsbergers exzellentem und spielfreudigem Chor.

Kein Mühlenhof, kein Wohnhaus, keine Polizeistation, kein Waldsee: Hartmut Meyer schuf eine abstrakte Bühne mit Hintergrundaufgang – eine Bühne, die etwas Klaustrophobisches an sich hat. Keine Örtlichkeit, schon gar keine Realismus-Pusselei. Darin seltsame Riesenluken, die sich mit ebenso riesigen Kugeln verstopfen lassen. Ein angerosteter, fensterloser Wohnkasten. Wer oben draufsteht, hat das Sagen: Die Metallleiter hinauf ist ...

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Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Heinz W. Koch

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