In ganz verschiedene Richtungen

Für 180 Millionen Euro hat Linz an der Donau ein neues Opernhaus. Eröffnet wurde es mit der Uraufführung von Philip Glass’ «Spuren der Verirrten» nach einem Text von Peter Handke. In Zukunft soll das Musical stark vertreten sein, doch auch ein neuer «Ring des Nibelungen» ist geplant.

Opernwelt - Logo

Wie lang eine Minute sein kann! Jedes der Ensemblemitglieder schaut uns sechzig
Sekunden lang wortlos an. Darsteller alle, aber ohne Rolle. Manche brechen in Lächeln aus, andere halten das Lächeln mühsam zurück. Einige genießen diesen Auftritt vor der Kamera, anderen scheint er ungewohnt, sogar peinlich. Zu erleben sind die Living Portraits in der «Cinebox» des Foyers. Eine Etage höher gibt es noch andere interaktive Einladungen. Ein «Musiktheaterfries» zum Beispiel, dessen vierzehn Sternbilder von «Orpheus» bis zu «Hans Werner Henze» und «Musical» reichen.

Wenn man vor dem Wandteppich steht, öffnen sich die Sterne des jeweiligen Bildes zu Wort und Ton: Die Mischung aus Medieninstallation und Webkunst (ganz handwerklich gemeint: mit langgesprochenem e) entpuppt sich als Versuch neuer Musikvermittlung. Ein paar Schritte weiter steht ein «Spieltisch». Wer die Karten dort richtig platziert, bekommt ebenfalls Infos. Etwa zum Thema Gesamtkunstwerk (Schlingensief eingeschlossen) oder zum Thema Regie (Neuenfels eingeschlossen).

Noch sind es wenige Besucher, die sich in den Pausen mit solchen Dingen beschäftigen. Schließlich ist das neue «Musiktheater am Volksgarten» in Linz schon für sich ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Stephan Mösch

Weitere Beiträge
Gut gebrüllt!

Das ist wahrhaftig ein Coup. Pünktlich zu seinem 120. Geburtstag gräbt ein kleines, feines Theater im Erzgebirge eine Oper aus, die gleich auf mehreren Ebenen eine Entdeckung ist. Den Kompo­nisten kennt kaum jemand, er heißt Peter Gast, wurde 1854 in Annaberg geboren und starb dort 1918. Eigentlich heißt er Heinrich Köselitz, das Pseudonym verlieh ihm Friedrich...

Zittern, hoffen, zagen

Sechs Opernpremieren hat das Tschechische Nationaltheater Prag für die kommende Spielzeit angekündigt: Im Stammhaus an der Moldau etwa soll es Ende Oktober einen neuen «Simon Boccanegra» geben – David Pountney überarbeitet seine alte Inszenierung von der Welsh National Opera (1997), am Pult steht Jaroslav Kyzlink, seit 2012 «Chefdirigent der Tschechischen...

Der Witz zündet

Ein junger Mann und eine junge Frau treffen sich auf einer Party und verlieben sich. Die Eltern sind nicht begeistert – sie stammen aus wohlhabendem, bürgerlich-konservativem Milieu und haben für ihre Kinder andere Partner vorgesehen, aus ihren Kreisen selbstverständlich. Doch die Kinder sind widerspenstig, und zwingen will man sie auch nicht – die Zeiten sind...