Eötvös: Drei Schwestern

Oldenburg, Eötvös: Drei Schwestern

Opernwelt - Logo

Dass die Tschechow-Adaption «Drei Schwestern» von Peter Eötvös zu den momentan wichtigsten Werken des Musiktheaters gehört, zeigt sich nicht nur an der Zahl ihrer Aufführungen, sondern auch an den variantenreichen Möglichkeiten ihrer szenischen Realisierung.

In Oldenburg führt Regisseurin Andrea Schwalbach das Stück, bedingt auch durch die Besetzung der als Countertenöre vorgesehenen Rollen mit Frauenstimmen, wieder näher an die impressionistische Grundstimmung der Vorlage, an die Haltung des unausgesprochenen In-der-Schwebe-Lassens heran, durchsetzt das Ganze aber mit Akzenten des surrealen Theaters. Eine feinsinnig aus­tarierte Inszenierung, in der die Figuren, teils in grotesken Verzerrungen der Bewegung, teils in einer Körperlichkeit von hoher ästhetischer Eleganz, in einen dialektischen Spannungsbogen gestellt werden – unterstützt durch Anne Neusers Bühnenbild mit Elementen einer verfremdend reduzierten Realität und den dazu kontrastierenden farb- und formschönen his­torisierenden Kostümen.
Aus dem homogenen Gesangs­en­semb­­­le ist vorrangig zu nennen Irina Wischnizkaja, deren seelenvoll-anrüh­render Sopran der Jüngsten der Schwes­tern, Irina, mit luzidem Klang Gestalt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 49
von Gerhart Asche

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rampe ins Verderben

Verglichen mit Alberto Franchettis «Germania» und Vittorio Gnecchis «Cassandra» – Kirsten Harms‘ jüngsten Ausgrabungen an der Deutschen Oper Berlin – ist ­Eugen d’Alberts «Tiefland» geradezu ein Herzstück des Repertoires. Tatsächlich erwacht das 1903 uraufgeführte und 1905 zur gängigen Fassung überarbeitete Musikdrama nur sehr allmählich aus seinem...

Spaniens Mozart

Ein reicher Onkel: cholerischer Sonderling, der nach seinen Ausbrüchen regelmäßig in Depressionen verfällt und eigentlich nur für das Schachspiel lebt. Um ihn die Kinder seiner verstorbenen Schwester: Giocondo hat unter Vorspiegelung eines großen Vermögens ein Luxus-Geschöpf geheiratet und in der Schuldenfalle nicht nur das eigene Erbe, sondern auch die Mitgift der...

Verdi-Theater

Die Erkenntnis, dass Giuseppe Verdi nicht nur ein großer Komponist, sondern auch und vor allem ein großer Theatermann war, dem man nicht mit sängerfreundlichen Pauschal-Arrangements beikommen kann, hat sich mittlerweile auch in seiner Heimat durchgesetzt. Zumindest die Bühnen, die international ernst genommen werden wollen, haben in den letzten Jahren entschiedene...