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Salieris «Danaïdes» unter Christophe Rousset

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Als in Paris «Echo et Narcisse» in Bausch und Bogen durchfiel, kehrte Gluck 1779 verbittert nach Wien zurück: Nie wieder eine Oper! Doch schon vor «Narcisse» hatte er begonnen, sich mit dem Danaiden-Stoff auseinanderzusetzen, und 1782 war die Schmach so weit vergessen, dass er das Schmollen wieder ließ. Da seine Rechte nicht mitspielte, ging ihm der junge Antonio Salieri zur Hand. Der Senior verausgabte sich jedoch derartig bei der Arbeit – berichtet der Komponist Joseph Martin Kraus –, dass er das Handtuch werfen musste.

Gluck gewährte der Opéra de Paris einen kräftigen Preisnachlass, und das von Salieri vollendete Werk wurde angenommen.

Kaum war es auf der Bühne, ließ Gluck verlauten, Salieri habe es ganz allein komponiert. Aber alles unter Glucks Leitung!, konterte der. Gab Gluck seinen Anteil aus Großmut preis? Oder zog er seinen Namen zurück, weil er dem Können des Jüngeren nicht restlos traute? Einerlei: «Les Danaïdes» öffneten Salieri 1784 an der Seine die Türen.

Danaüs vermählt seine 50 Töchter mit den 50 Söhnen seines Bruders, damit sie die Cousins in der Hochzeitsnacht meucheln. Der in faszinierenden Symmetrien ausgeführte Kontrast zwischen harmlosen Festgesängen bzw. ...

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Opernwelt November 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 29
von Wiebke Roloff

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