Eine Stimme wie ein Cello

Wieland Wagners Holländer: dem Bassisten Franz Crass zum 80. Geburtstag

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Mit seiner Verkörperung der Titelpartie in Wieland Wagners Bayreu­ther Inszenierung des «Fliegenden Holländers» von 1960 hat er Maßstäbe als Helden­bariton gesetzt. Und das, obwohl Franz Crass im Jahr zuvor auf dem Grünen Hügel mit dem König Heinrich in einer Partie aus dem seriösen Bassfach angetreten war.

Aber seine Ausnahmestimme erlaubte ihm den Wechsel zwischen den Fächern, zwischen dem mühelosen Hi­nab­­steigen in den sonoren vokalen Tiefenbereich eines Gurnemanz, eines Pogner, ­eines Marke oder eines Sarastro und der Bewältigung des kraft- und glanzvollen Höhenregisters vom Schlage eben des Holländers, aber auch eines Barak, eines Orest, eines Amonasro und (auf Schallplatte) sogar eines Dapertutto.
Er war ein echter deutscher «Basso cantante» mit einer Stimme «wie ein Cello» – so hat es einst Gottlob Frick, der große Kollege, neidlos anerkennend formuliert. Einer Stimme mit einem bei aller markigen Kraft weich fließenden Legato, die auch den italienischen Par­tien eine Authentizität verlieh, wie man sie sonst eher bei den bedeutenden Sängern jenseits der Alpen, etwa bei Cesare Siepi, antraf oder – man denke an Nicolai Ghiaurov – bei den Sängern aus Osteuropa.
Zwei Jahrzehnte ...

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Opernwelt März 2008
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Gerhart Asche

Vergriffen
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