Eine Frage des Adrenalins
Herr Mayer, Sie singen Mega-Rollen wie Wotan in München und demnächst Hans Sachs in Amsterdam. Haben Sie Ihr Traum-Repertoire gefunden?
Ja, absolut! Ich bin beim großen Wagner-Repertoire angelangt, so wie es mein Wunschtraum war, singe aber nach wie vor Verdi und Strauss. Meine Steckenpferde! Immer schon lag mir das dramatische Fach besonders am Herzen. Mit den lyrischen Partien habe ich mich schwergetan.
Warum?
Wegen der szenischen Umsetzung. Ich mag die konkreten Typen, die eine dunkle Seite in sich tragen.
Bin anscheinend eher tiefgründig veranlagt. Ich scheue mich nicht, in den Abgrund zu schauen. Mit den existenziellen Dingen des Lebens beschäftige ich mich viel, auch theoretisch. Am meisten interessieren mich Nietzsche oder die Lebensphilosophen. Dort wo eine Brücke zur Psychologie geschlagen wird. Ich habe fünf Studiengänge abgeschlossen, bin Musiklehrer, Diplom-Opernsänger und habe Staatsexamen in Geschichte, Philosophie und Musik.
In München sprangen Sie für den erkrankten Juha Uusitalo als Wotan ein. Mit welchem Gefühl?
Das war eine tragische Geschichte für Juha Uusitalo. Für mich war es eine Chance. Und es ist alles gut gelaufen. Darüber bin ich froh. Warum? Weil es nicht so ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Interview, Seite 40
von Kai Luehrs-Kaiser
Auf dem hauseigenen Theatermagazin «Figaro!» prangt der Name in großen Lettern. «JOHANNES REITMEIER» – und zwischen den Zeilen der landsmannschaftliche Appetitmacher: «Gebürtiger Bayer folgt Brigitte Fassbaender nach». Fast einer der unseren, soll sich wohl der Innsbrucker denken. Und immerhin beschert der neue Intendant, der von 2002 bis 2012 Chef des...
Wie stets bei rosalies Opernarbeiten dominiert der Bühnenraum. Tannhäusers Pilgerfahrt ins Innere der Seele illuminiert eine Lichtinstallation, die die Bühne umschließt und dem Ganzen eine schillernde Mischung aus Neoromantik und kaltem Industriedesign gibt: wabenartig montierte Wände, die magisch in allen Farben changieren, vorzugsweise rot, wenn es um die...
Die lustigste Episode steuert Steffen Schleiermacher bei. Berlin, Februar 2012. Der Leipziger Pianist bei den Vorbereitungen für ein Cage-Konzert in der Akademie der Künste. Im Zeitraffer sehen wir, wie Schleiermacher sich Stoppuhr, Spielkarten, Zinkwanne, Wasserkanne, Dampfradio und eine Entenpfeife am Steinway zurechtlegt – was der wohl einflussreichste...
