Editorial der Ausgabe Januar 2011
Die Regionalzeitung hat schon eine «Zeitenwende» ausgerufen. Eine Nummer kleiner formuliert, heißt das: In Essen stehen Veränderungen an, die das kulturelle Gesicht der Stadt auf Jahre hinaus prägen werden. Konkret geht es um die Zukunft des Theater- und Philharmonie-Betriebes (TuP). Diese TuP ist eine städtische Gesellschaft, hat knapp 700 Mitarbeiter und bildet das Dach über den Sparten Oper, Ballett, Philharmonie und Schauspiel.
2013 laufen die drei wichtigsten Verträge aus: der von Opernchef und GMD Stefan Soltesz, vom Intendanten der Philharmonie Johannes Bultmann und vom TuP-Geschäftsführer Berger Bergmann. Die Essener Kulturpolitiker wollen das für eine «Strukturreform» nutzen. Wie fast immer ist der Begriff auch in diesem Fall blanker Euphemismus. Es soll knallhart gespart werden. Deshalb haben die Stadtväter als Erstes den Mann verlängert, der ihre bisherigen «Verschlankungsmaßnahmen» rigoros umgesetzt hat: Berger Bergmann. Der Manager und Jurist wird mit Lob geradezu überschüttet, darf bis 2019 bleiben und sich über eine zehnprozentige Erhöhung seiner Bezüge von derzeit 160 000 Euro freuen.
Weggespart werden soll dagegen ein Intendantenposten. Der Aufsichtsrat hat dieses ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Aus der Opernwelt, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann
Eine Abschiedssymphonie. Nach und nach erheben sich Choristen und Instrumentalisten von ihren Plätzen am Bühnenrand im Parkett und gehen nach draußen. Dido ist buchstäblich von allen verlassen. Niemand ist im Sterben bei ihr. Die letzte Note der Partitur bleibt in der Luft hängen. Nie war diese abgründige Todesmusik Henry Purcells trauriger, in aller Sanftheit...
Franz Lehárs neureiche «Lustige Witwe» fegt meist als fesch-selbstbewusste Landpomeranze über die Bühne, die höchst unterhaltsam heiratswillige Männer abblitzen lässt. Wenn ein Regisseur wie Christof Loy dem fidelen Operetten-Personal auf die Finger schaut, schießt die Sache freilich über reine Gaudi hinaus – auch weil er darauf achtet, dass die Sängerinnen und...
Larina erwartet Gäste und zwängt sich, assistiert von Filipjewna, in ein viel zu eng gewordenes Kostüm. Ihr Körper vibriert in verzückter Tanzbereitschaft. Später, wenn die Landleute auftreten und ihr huldigen, legt sie eine flotte Sohle aufs Parkett. In der Inszenierung von Andrejs Zagars ist die Gutsbesitzerin eine abgedankte Theaterprinzessin, die auch auf dem...
