Dresden, Weill: Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Harry Kupfers langjähriger Ausstatter Hans Schavernoch liefert mit einem schrottreifen Helikopter den flexiblen Einheitsort für den Aufstieg und den Fall der Stadt Mahagonny – eine Kulisse, die dem Bordell ebenso Platz bietet wie dem elektrischen Stuhl. Diese Großraumskulptur im ansonsten sterilen, schwarzen Bühnenraum liefert freilich auch einen unfreiwilligen Kommentar zur Inszenierung: Aus Dresden ist nämlich eine veritable Bruchlandung zu vermelden.
Gleich zu Beginn setzen drei steckbrieflich gesuchte Glücksritter mit ihrem Hubschrauber in einer wüsten Gegend auf.
Die ist durch architektonische Modell-Versatzstücke – von Brandenburger Tor über synthetische Hochhäuser bis hin zu reaktivierten Mauerstücken – deutlich als Zentrum deutscher Gegenwartsmalaise zu erkennen. Vielleicht weil es in Dresden (nebenan im Schauspiel mit aktualisierten Hauptmann’schen «Webern» und ihren juristisch attackierten «Anspielungen») schon einmal «funktioniert» hat, macht Kupfer aus dem Alaska-Veteranen Jim Mahoney einen Johann Ackermann. Dessen Losung vom «Alles Dürfen» begeistert die Bewohner Mahagonnys ebenso zuverlässig, wie ihn sein Geldmangel am Ende auf den elektrischen Stuhl bringt. Doch ...
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Am 2. August 2005 jährt sich der 100. Geburtstag von Karl Amadeus Hartmann – für Ulrich Dibelius und seine Mitstreiter der Anlass, über Leben und Werk dieses Unzeitgemäßen nachzudenken. «Wahrheit, die Freude bereitet und mit Trauer verbunden ist» – dies Hartmanns Leitspruch –, hat zu keiner Zeit Konjunktur. Diese Verklammerung von tiefer Trauer und optimistischer...
Als Cyrano de Bergerac in der gleichnamigen Oper nach Edmond Rostand stellte sich Plácido Domingo an der Metropolitan Opera nun in seiner 121. Rolle vor. Von einem verschollenen Meisterwerk kann dabei keine Rede sein, wohl aber von einer brauchbaren, bisweilen faszinierenden pièce d’occasion für einen romantisch veranlagten Star-Tenor d’un certain âge (lies: 64).
Pa...
Die Zeitungen waren voll davon: «Nahezu offiziersmäßig», so staunte ein Rezensent, ritt im Salzburger «Rosenkavalier» Angelika Kirchschlager als Octavian auf einem «leibhaftigen Schimmel» zum zweiten Akt ein. Nun scheint es freilich nicht gar so überraschend, dass eine sportliche junge Sängerin keine Angst vor einem – vom Reitknecht am Zügel geführten – Pferd hat....
