Drama der Affekte, Spiel der Farben
Die Veröffentlichung der CD-Einspielung von Leonardo Vincis «Artaserse» war ein großer Erfolg (vgl. OW 12/2012). Der Jubel setzte sich fort, als das Werk in der Inszenierung des rumänischen Regisseurs Silviu Purcarete auch auf die Bühne kam (vgl. ebenda) – unter anderem an der Opéra national de Lorraine in Nancy, wo der Mitschnitt entstand, der jetzt auf DVD erschien.
Purcarete präsentiert die Geschichte um den persischen Herrscher Artaserse, dem Widersacher nach dem Leben trachten und der am Ende seinen Feinden großmütig verzeiht, als opulentes Kostümspektakel, das er zugleich als solches kenntlich macht. Während der Ouvertüre kleiden sich die Sänger an, erst am Ende der instrumentalen Eröffnung haben sie sich aus Privat- in Bühnenwesen verwandelt. Die Bildregie unterstreicht das Changieren zwischen Rollenspiel und einem fingierten außertheatralischen Auftreten durch Einstellungen, die die Sängerdarsteller, für das Publikum im Opernhaus nicht sichtbar, auch auf der Hinterbühne zeigen. Eine wie auch immer geartete Deutung des Stücks ist das nicht, wohl aber ein Rahmen, in dem sich ein Drama der Affekte – und das ist die Kombination von Vincis Musik mit einem der erfolgreichsten ...
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Opernwelt Mai 2014
Rubrik: DVD des Monats, Seite 29
von Thomas Seedorf
Auf seiner Website nennt er sich «Saddo», vom englischen sad. Dabei klingt seine
Lebensgeschichte gar nicht so traurig. Der britische Tenor Christopher Gillett steht seit 35 Jahren auf der Bühne, überall. An der Scala, in Aix, in Los Angeles. In London hat er einst unter Carlos Kleiber gesungen, Rodrigo in Verdis «Otello». Kürzlich half er an der Seite von Diana...
Das Jahr 1933 brachte für viele in Deutschland die Katastrophe: Entweder waren sie jüdischer Herkunft oder aber «links» orientiert – am fatalsten wirkte sich aus, wenn beides zusammenkam. Dabei waren die Konnotationen keineswegs einheitlich. Es gab weitgehend assimilierte Juden, zum Teil areligiös – und bisweilen sogar «deutsch» bis zum Nationalen hin. Dann...
Impulsiv, mit jugendlichem Charme, ehrgeizig: So hat sich der Israeli und Ex-Barenboim-Assistent Omer Meir Wellber in den letzten Jahren nach vorn dirigiert. An der Semperoper geht er nach Strauss erstmals Mozart an, alle drei da Ponte-Opern soll er hier in der nächsten Zeit leiten. Der Einstieg glückt: In «Così fan tutte» überzeugt er mit engagierter, präziser...
