Donizetti: La Fille du Régiment
Es war ein schwerelos-heiterer Opernabend. Hamburg hat den Versuch unternommen, Donizettis leicht angejahrte, liebenswürdig-altmodische «Regimentstochter» zu entstauben, ohne ihr Gewalt anzutun – und damit auf der ganzen Linie gewonnen. Die Handlung – ein unter Soldaten aufgewachsenes junges Mädchen soll re-integriert werden in die feine Gesellschaft – reißt heutzutage sicher keinen mehr vom Hocker.
Aber wenn das Geschehen mit so vielen hübschen Einfällen und ganz ohne den üblichen didaktischen Regie-Zeigefinger in die Jetztzeit verlegt wird, dann gewinnt das Werk auch für heutige Zuschauer an Interesse.
Alexander von Pfeil lässt das Stück in einem zunächst halb zerstörten, dann wieder hergerichteten Schloss spielen (das eindrucksvoll klare Bühnenbild schuf Bernd Damovsky) und entwickelt gleich im ersten Akt eine höchst lebendige, abwechslungsreiche Personalregie, mit der sich die Figuren dem Zuschauer vorstellen: die kecke, quirlige Regimentstochter Marie, ihre hochnäsige herzogliche Tante (die sich später als ihre Mutter entpuppen soll), den tapsigen Liebhaber Tonio und die zu Militärmarsch und Rataplan-Chor exerzierenden und Freiübungen und Liegestütze ausführenden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Am Montag, dem 12. Juni befand ich mich am frühen Abend mit dem Auto in der Nähe des Holledauer Dreiecks. Links und rechts Hopfenfelder. Um sechs Uhr meldete der Nachrichtensprecher im Radio: «Der Komponist György Ligeti ist heute Vormittag in Wien gestorben. Er war dreiundachtzig Jahre alt.» Die Nachricht wirkte auf mich wie Schock, überwältigend trotz der langen...
Zwischen «heroischer Komödie» und «trauriger Operette» – Philipp Himmelmanns Bremer Bühnenrealisierung zeigt, getragen von Hermann Feuchters Bild- und Gesine Völlms Kostümentwürfen, viele Facetten des «Don Quichotte»: Die parodistisch auftrumpfende Farbigkeit der Szenen um Dulcinée, den in strenger Schwarz-Weiß-Manier gehaltenen Kampf mit den Windmühlen, den...
Das Etikett des Wagner-Epigonen heftete ihm bereits die zeitgenössische Kritik ans Revers. Und ganz unlieb war Max von Schillings (1868-1933) diese Bezeichnung wohl nicht, verstand er sich selbst doch als ernsthaften Nachahmer – wenn nicht Nachfolger – des Bayreuther Hügelherrn. In seiner zweiten, 1899 uraufgeführten Oper «Der Pfeifertag», einem «Spielmannsscherz...
