Die leeren Stühle
Am 12. März 1938 marschierten deutsche Wehrmachts-, SS- und Polizeieinheiten in Österreich ein und sorgten für den sogenannten «Anschluss». So unvorbereitet, wie man nachher im Sinne der «Opferlegende» tat, war man freilich nicht, auch nicht bei den Wiener Philharmonikern: Beinahe ein Drittel war schon vor 1938 der illegalen NSDAP oder parteinahen Organisationen beigetreten, etwa fünfzig Prozent waren es bis 1945 (bei den Berliner Kollegen nicht mal zwanzig). Lange blieben die Dokumente aus dieser Zeit der Öffentlichkeit verschlossen.
Zwar suchte Orchestervorstand Clemens Hellsberg dies in seinem Buch «Demokratie der Könige» (1992) zu unterlaufen, doch habe er, kritisierte der Historiker Oliver Rathkolb, «die Namen nicht ausgesprochen; es sind, was Exilanten, Ermordete betrifft, höchst kursorische Referenzen». Nun beauftragte Hellsberg eine unabhängige Historikergruppe unter der Leitung von Rathkolb, das seit 2011 zusammengetragene Material über die NS-Opfer aus dem Verband des Orchesters (zwei wurden ermordet, fünf kamen bei ihrer Verfolgung oder im KZ um, neun wurden vertrieben, elf als «Halbjuden» stigmatisiert) sowie über die NSDAP-Mitglieder unter den Musikern aufzubereiten. ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Magazin, Seite 81
von Gerhard Persché
Die Wiedergeburt der Tragödie aus dem Geist des Rock ’n’ Roll? Vier Abende, sechs Stunden, 21 Figuren, Soundrequisiten vom Kieselstein bis zum Theremin – in seiner rotzig aufgerauten «Ring»-Hörspiel-Performance kümmert sich Stefan Kaminski um fast alles selbst. Nur die Glasharfe, Tuba, Bassgeige und Keyboards bedienen vier assistierende Musikant/inn/en. Im Dezember...
Bei Premierendaten Angabe der Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44+0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
> Simon Boccanegra: 1., 10., 15., 18., 30.
> Die Zauberflöte: 4., 17., 20., 25., 31.
> Ariodante:...
Heil sei dem Tag, Heil sei der Stunde». Das klang ihnen so vertraut. Also putzten die Nazis anlässlich ihres Einmarsches in Österreich vor 75 Jahren sich ihre Stiefel an Beethovens «Fidelio» ab, am 28. März 1938 in der Staatsoper. Knappertsbusch dirigierte, Max Lorenz sang den Florestan, Hilde Konetzni die Titelpartie. Hermann Göring war da und stellte sarkastisch...
