Der Theaterzauberer

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Harry Kupfer begann seine Karriere in Halle, Stralsund, Chemnitz und Weimar. 1971 debütierte er an der Berliner Staats­oper, wo seine Inszenierungen von «Otel­lo», «Die Frau ohne Schatten», «Parsifal» und «Salome» für ihre genaue Personen­regie und psychologische Tiefenschärfe gepriesen wurden. 1972 wurde er an die Staats­oper Dresden berufen. Innerhalb weniger Jahre etablierte sich Kupfer auch über die Grenzen der DDR hinaus und wurde zu einem festen Begriff.

Zusammen mit Joachim Herz und Götz Friedrich zählte er zu den Pionieren des Regietheaters in der Nachfolge Walter Felsensteins, auf den sich Kupfer berief, obwohl er nie mit ihm zusammengearbeitet hat. Als er 1981 mit den «Meistersingern» an der Komischen Oper die Nachfolge Felsensteins antrat, galt er längst als dessen würdigster Erbe.
Kupfers Inszenierungen an der Komischen Oper waren Sprengstoff. Sie sprachen eine geheime Sprache, die Besucher aus dem Westen oft nicht verstanden. Seine «Zauberflöte», die jedem Außenstehenden als eine unspektakuläre Produktion erscheinen musste, wurde zum Politikum. Das SED-Kulturbüro, das die Endproben besuchte, erkannte die System-Kritik und sah die Republik bedroht. Die Premiere sollte ...

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Opernwelt August 2005
Rubrik: Magazin, Seite 27
von Jochen Breiholz

Vergriffen
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