Im Labyrinth der Gefühle
Von einem «Labyrinth der Gefühle» ist die Rede im Programmheft zu «Turandot», der letzten Opernproduktion des Pfalztheaters in der ausgelaufenen Spielzeit. Eine Deutung, die vermutlich auch als Schlüsselgedanke zu Urs Häberlis Inszenierung des Werks oder zumindest zu Thomas Dörflers Bühnenbild verstanden werden darf. Dessen Hauptelement bildet eine abstrakte Darstellung von Pekings Stadtmauer, die sich auf dem Bühnenboden fortsetzt, dort ein kompliziert verzweigtes Labyrinth formend: Chiffre für Turandots Rätsel, die Irrwege der Gefühle und Verblendungen der Liebe.
Eine aussagestarke Szenerie von atmosphärischer Dichte, in der Häberli die blutige Handlung um die eiskalte männermordende Prinzessin und den Kampf der Geschlechter (auf variablen Spielebenen) überaus dynamisch und spannungsvoll entfaltete. Wobei sein Arrangement besonders durch Bilderreichtum und suggestive Beleuchtungswirkungen beeindruckte. Allerdings gelang es dem Regisseur nicht immer, unfreiwillige Situationskomik zu vermeiden, so etwa bei den mit weißen Tüchern wedelnden Calaf-Fans und dem Auftritt der drei als Metzger kostümierten Minister in Turandots Leichenkeller (oder Gruselkammer mit abgeschlagenen ...
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