Der Riesenvogel hebt ab
Noch stehen ein paar Bauzäune um Santiago Calatravas «Palau des les Arts Reina Sofía» in Valencia. An Maschengittern hängen große Plakate, darauf ein Mädel im Biedermeier-Kostüm, energisch die Arme ausbreitend: «Shhhh ... comienza la ópera». Also doch. Vor einem Jahr, bei der «offiziellen Eröffnung» mit einem Galakonzert, konnte bloß ein kurzer Blick in jene Zauberkiste geworfen werden, die für Gegner des Projekts eher eine Büchse der Pandora ist (davon später). Aber nun ging’s endlich los mit der Oper.
Das Opernhaus ist die jüngste Perle, die sich Valencia aufs Kostüm seiner Ciudad de las Artes y Ciencias genäht hat: ein Abenteuerpark für Künste und Wissenschaften quasi, angelegt im ehemaligen Flussbett des (seit einigen Jahrzehnten umgeleiteten) Turia. Promenaden, Parks, künstliche Seen, dazu neben dem Kunstpalast das Museum der Wissenschaften, das Planetarium, ein IMAX-Kino und das Oceanográfico, Europas größter Meerestierpark – Letzterer als einziger Bau dieses Ensembles nicht von Calatrava, sondern von Felix Candela.
Der Palau gefällt sich in weißem Beton, Keramik, Glas und Stahl mit geschwungenen, schwerelosen Formen – stete Bewegung suggerierend, als könne das Gebilde jeden ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Es ist ein Kreuz mit schlechten Libretti. Sie können ganze Opern, aller musikalischen Qualitäten ungeachtet, in die Vergessenheit stoßen, und können umgekehrt – ihrer mäßigen, um nicht zu sagen schlechten literarischen und stofflichen Verarbeitung zum Trotz – manchen Meisterwerken einfach nichts anhaben. Das Textbuch zu Verdis «Trovatore» ist gewiss der letzteren...
Klassische Musik kann für Kinder sehr attraktiv sein», meinte kürzlich Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrats, «wenn man sie ihnen richtig vermittelt». Doch was heißt es, die Kleinen «richtig» an die Großen der klassischen Musikkultur heranzuführen?
Im letzten Heft haben wir am Beispiel ausgewählter Opernhäuser und Jugendmusiktheater...
Einen von der musikalischen Substanz her eher matten Spielzeitbeginn bescherte Oldenburgs neuer Intendant Markus Müller seinem Opernpublikum: Zunächst Schostakowitschs bereits erheblich angejahrte «Moskau»-Operette, jetzt, als zweite Premiere, den seichten Polit-Thriller «The Death of Klinghoffer» von John Adams, ein seit seiner Brüsseler Uraufführung vor...
