Der Reiz des Androgynen

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Die neue Solo-CD von Philippe Jaroussky (nach «Un Concert pour Mazarin») mit virtuosen Kantaten und Opernarien von Antonio Vivaldi ist eine kleine Sensation, nicht nur was die hauptsächlich von obligatem Fagott begleiteten Stücke angeht (Max Ema­nuel Cencic hatte vor zwei Jahren ein ähnliches Programm veröffentlicht), sondern was das Timbre der Stimme und die Art seines Singens betrifft.

Frappierend, wie leicht der sechsundzwanzigjährige Shooting-Star unter den Countertenören jeden einzelnen Ton mit einem zarten Akzent versieht, welchen jugendlich vibrierenden und elektrisierenden Klang diese Stimmbänder hervorbringen, wie mühelos und perlend die Koloraturen und wie aufregend die Melodielinien klingen. Kaum minder überzeugt die farbige, prägnante Begleitung durch das Ensemble Artaserse.
Hierzulande noch völlig unbekannt ist der achtundzwanzigjährige Rumäne Radu Marian, dessen geradezu knaben-, ja mädchenhaftes Timbre bei Kantaten des Vivaldi-Zeitgenossen Antonio Maria Bononcini (1677-1726) berü­ckend schön zur Geltung kommt. Sein hoher, heller Sopran passt wunderbar zur eleganten, sinnlichen Musik des jüngs­ten Sprosses der Musikerfamilie Bononcini. Marian setzt seine Stimme mit ...

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Opernwelt August 2005
Rubrik: CDs, Seite 58
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
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