Das Abstrakte wird konkret
Die Liebe verleiht nicht immer Flügel. Eine einzige Feder, am Ende gerötet, schwebt über dem Dichter, der, über einen Tisch gebeugt, um Worte ringt. Und auch später spickt er damit entweder sein Alter Ego oder den Bühnenboden, statt schrittweise den eigenen Sehnsüchten zu folgen. Nicht umsonst zeigt ihn Daniela Kurz am Landestheater Linz von Anfang an in zwiefacher Gestalt: als Troubadour und Prinz von Blaye, der Jaufré Rudel ja in Wirklichkeit ist, zugleich als ein poetisches Ich, das seinen Gefühlen Gestalt gibt und zunächst eher ziellos einer «Liebe von Ferne» huldigt.
«L’Amour de loin» nennt Kaija Saariaho ihre erste, überaus erfolgreiche Oper, die vor 15 Jahren nach einer Vorlage von Amin Maalouf im Auftrag der Salzburger Festspiele entstand: ein komplexes Klangkonstrukt, das sich ganz auf das Innenleben der drei Protagonisten konzentriert, selbst wenn die Regisseurin die äußere Handlung durchaus bildhaft gestaltet. Noch während des Vorspiels öffnet sich der Vorhang im Musiktheater ein Stück, und aus der Höhe steigt der Pilger, der im weiteren Verlauf immer wieder alle Gegensätze überbrückt. Ein roter Bogen lässt zeichenhaft das Erreichbare erkennen, die weißen Schrägen, welche ...
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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: Panorama, Seite 43
von Hartmut Regitz
Herr Shicoff, Sie galten als idealer Sänger für gebrochene, auch intellektuelle Charaktere. Hat Ihnen das gefallen?
Dem habe ich nie getraut. Ich wollte nie bewusst den Eindruck erwecken, ein intellektueller Sänger zu sein. Emotionale Sänger schätze ich eigentlich weit höher. Ich glaube, wann immer ich Erfolg hatte, geschah das, weil ich emotional mit meinen Rollen...
Eigentlich muss man Andris Nelsons sehen. Wie er sich hinter Partitur und Dirigentenpult duckt, als wolle er von den Klangwellen, die er eben entfesselte, nicht weggespült werden. Und wie er dann als Springteufel wieder hochkommt. In dieser CD-Einspielung von Wagners «Fliegendem Holländer» aus Amsterdam sieht man ihn nicht, doch man spürt Nelsons Körpersprache in...
Central City Opera
Im Überschwang des Goldrauschs baute sich Central City ein eigenes Opernhaus. Wie so viele Städte in den Rockies. Rund 100 Jahre später gab es in der Stadt weniger Menschen als Plätze in der Oper. Das Theater hat’s überlebt – Spielhöllen sei Dank.
Sich finden
Am liebsten tingelt Angelika Kirchschlager durch die Dörfer, um in ScheunenLieder zu...
