Die Nächte der lebenden Toten

Andris Nelsons begeistert mit einem Mitschnitt des «Fliegenden Holländer» aus Amsterdam

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Eigentlich muss man Andris Nelsons sehen. Wie er sich hinter Partitur und Dirigentenpult duckt, als wolle er von den Klangwellen, die er eben entfesselte, nicht weggespült werden. Und wie er dann als Springteufel wieder hochkommt. In dieser CD-Einspielung von Wagners «Fliegendem Holländer» aus Amsterdam sieht man ihn nicht, doch man spürt Nelsons Körpersprache in den Reaktionen der Musiker, ihrem begeisterten Mitgehen, in der Klangfülle und dem Detailreichtum ihres Musizierens. Sie scheinen miteinander zu atmen, als wären sie ein einziger Körper.



Nelsons ist gerade erst 36 und wurde bereits 2008 zum Chef des City of Birmingham Symphony Orchestra berufen; seit Kurzem ist er in gleicher Position beim Boston Symphony Orchestra. In Birmingham war er einer der Nachfolger von Simon Rattle, kein Zufall also, dass sein Name in Zusammenhang mit der ab 2018 vakanten Chefposition bei den Berliner Philharmonikern genannt wird. Vor fünf Jahren fand er den Weg zum Grünen Hügel – als Dirigent des «Lohengrin» – und gilt seitdem auch als Wagner-Spezialist. Was er auch in dieser Einspielung des «Holländer» beweist. Seine Klangdramaturgie vereint die große dramatische Linie elegant mit geradezu ...

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Opernwelt Mai 2015
Rubrik: CD des Monats, Seite 27
von Gerhard Persché

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