Cimarosa/Mozart/Goethe: Die theatralischen Abenteuer

Jesi

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«Heute Abend wünschte ich, dass Sie die Aufführung der ‹Theatralischen Abenteuer› sehen könnten; sie wird gewiss vorzüglich werden», schrieb Goe­the am 5. Juni 1799 an Schiller. Vorzüglich – bis auf Defizite beim Sängerensemble – geriet auch die Neuproduktion jenes Singspiels beim Pergolesi Spontini Festival.

Der Dichterfürst hat es gemeinsam mit seinem Schwager Christian ­August Vulpius aus Teilen von Cimarosas «Impresario in angustie» (Impresario in Nöten) und «Maestro di cappella», Mozarts «Schauspieldirektor» und drei Einlagen ungesicherter Herkunft zusammengefügt.
Genauso frei, wie Goethe in Weimar seine Vorlagen behandelt hatte, verfuhren mit seinem Opernpas­ticcio jetzt Regisseur Italo Nunziata und sein dramaturgischer Mitarbeiter Vincenzo De Vivo. Sie betrachteten «Die theatralischen Abenteuer» als work in progress. Der Kunstgriff bestand in der Einführung ­eines Alter Egos von Goethe in das Stück: ein Erzähler, der anstelle der verschollenen Dialoge Texte aus «Faust», «Wilhelm Meister», der «Italienischen Reise» sowie aus den Briefen an Schiller vortrug.
Dieser, ein Nachfahr von Shakespeares Prospero, kommentiert mit überlegener Ironie den Jahrmarkt der Eitelkeiten auf der ...

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Opernwelt November 2006
Rubrik: Kurz Berichtet, Seite 51
von Gabor Halasz

Vergriffen
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