Belcanto modern
Christof Loys ausgefeilt-stimmige Züricher Inszenierung von Bellinis romantischem Melodramma «La straniera» (siehe OW 8/2013), von der man hoffen möchte, dass sie dem zu Unrecht vernachlässigten Stück einen ähnlichen Innovationsschub gibt wie Jossi Wielers und Sergio Morabitos wegweisende Stuttgarter «Norma» 2002, hat – mit gänzlich neuer Besetzung – das Essener Aalto-Musiktheater erreicht.
Stand in Zürich die langjährige Belcanto-Ikone Edita Gruberova als Alaide im Zentrum des minutiösen Kammerspiels um Bellinis traumatisierte geheimnisvolle «Fremde», so gab in Essen Marlis Petersen ihr mit großer Spannung erwartetes Debüt in dieser Partie. Spielerisch, überraschend selbstverständlich und überzeugend fügte sie sich in die bildhaften Chiaroscuro-Auftritte und sparsame Gestik, die Loy für Gruberova erfunden hat. Ergreifend ist es, wenn sie, am Kulminationspunkt der Handlung, in sich gebrochen nach dem Verzicht auf ihre Liebe zu Arturo, im Gebet wehmütig Abschied von ihrem Glück nimmt und nach Arturos Selbstmord als sein Todesengel über dessen Leiche zusammensinkt – ein Ende, das Loy zu Beginn des Stücks, noch bevor die Musik einsetzt, bereits als Vorahnung zeigt.
Stimmlich ist ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Magazin, Seite 73
von Uwe Schweikert
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