Frauenliebe, scheiternd
Es mag Zufall gewesen sein, dass der Besuch des Doppelabends mit Poulencs «Voix humaine» und Bartóks «Herzog Blaubarts Burg» genau auf den Weltfrauen-Tag fiel. Sind doch beide Einakter exemplarisch auf das Schicksal einer in den Fesseln der Liebe ausweglos verstrickten Frau fokussiert. Die thematische Koinzidenz ist evident, wenn auch nicht unbedingt singulär. Poulencs Monodram und Bartóks zentrales Bühnenwerk sind Modellfälle zwangsläufig scheiternder übergroßer Frauenliebe zu eher phantomhaften Männern.
Wobei die französische Version (1929/1959) die metaphysische Überhöhung der «amour fou» verweigert: keine Spur von «Erlösung». Natürlich ließe sich fragen, ob die einzig im Verlangen nach dem unerreichbaren Geliebten existierende Frau unverändert real ist. Und dass Jean Cocteaus letal endender telefonischer «monologue intérieur» sowohl in der Boudoir-Situation wie im ständigen Intermittieren des «Fräuleins vom Amt» zeitgebunden ist, bleibt ebenso deutlich wie die Kraft von Béla Balázs’ symbolistischer Bildsprache und erst recht Bartóks symphonisch akzentuierter Orchesterdramatik. Umso dringlicher die Kombination der beiden Werke.
Zumal der Regisseur Stephan Müller und Hyun ...
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Opernwelt April 2014
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Gerhard R. Koch
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