Auf der Schwelle zur Großen Oper
Schon seit Jahren ist das Interesse an Giacomo Meyerbeers frühen Opern in stetem Wachsen begriffen. Wiederaufführungen von «Semiramide», «Margherita d’Anjou», «Il crociato in Egitto» sowie der szenischen Kantate «Gli amori di Teolinda» auf der Bühne, im Konzertsaal und im Tonstudio gerieten immer wieder zu beeindruckenden Erlebnissen und beglückenden Erfahrungen, die überraschende musikgeschichtliche Perspektiven eröffneten.
Man konnte erkennen, dass es sich bei diesen Werken um Kunstleistungen von hoher Originalität und eigenständigem historischen Rang handelt, deren Bedeutung sich nicht in ihrer «Vorreiterrolle» erschöpft, sondern die für sich selbst bestehen können. Meyerbeers kompositorisches Genie zeigt sich hier zwar noch in statu nascendi, aber doch schon in seinem unverwechselbaren persönlichen Profil.
Kürzlich ergab sich im Abstand weniger Wochen gleich zweimal die Gelegenheit, eine derartige Erfahrung zu machen: Die Herbstlichen Musiktage Bad Urach brachten am 10. Oktober 2010 «Alimelek oder Wirt und Gast» (gekoppelt mit Webers «Abu Hassan») heraus; im Wiener Konzerthaus spielte man am 7. November 2010 «Emma di Resburgo». Beide Aufführungen waren konzertant (im Falle ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Sieghart Döhring
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