Auf dem Weg zum romantischen Musikdrama
Der Siegeszug Verdis über die Bühnen der italienischen Halbinsel seit Mitte der 1840er-Jahre hat nicht nur den späten Meisterwerken Donizettis, sondern auch den Opern der älteren Zeitgenossen Saverio Mercadante und Giovanni Pacini das Lebenslicht ausgeblasen. Ein gutes Beispiel dafür sind Mercadantes 1832 in Turin uraufgeführte «Normanni a Parigi». Trotz des mehr als krausen, auf einer französischen Verstragödie beruhenden Librettos von Felice Romani war dem Werk eine kontinuierliche Erfolgsserie beschieden, die dann aber 1845 schlagartig abbrach.
Das Londoner Label Opera Rara, das mit unermüdlichem Engagement zumindest diskografisch die Repertoirelücken zwischen Rossini und Verdi zu schließen versucht, hat jetzt – wie schon im Falle von Mercadantes «Maria Stuarda» und «Zaira» – Highlights aus «I Normanni a Parigi» aufgenommen, die die Qualitäten, aber auch die Schwächen dieser noch unentschieden zwischen Rossinis spätneapolitanischer Seria und dem romantischen Melodramma schwankenden Partitur offenlegt.
Wie schon in der unmittelbar vorausgegangenen «Zaira» reagierte Mercadante auch in dieser die Normanneneinfälle im 9. Jahrhundert thematisierenden Oper auf die beiden romantischen ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 19
von Uwe Schweikert
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