Tot denn alles!
In Basel gewesen. «Pique Dame» gesehen. Immer wieder nicht schlecht gestaunt. Ab und zu auch nichts verstanden. Zuvor die Theaterzeitung gelesen, im Programmheft geblättert. Manche Überraschung erfahren, doch nicht alles auf der Szene wiedergefunden. So ließe sich's weiter schreiben. Allein, David Hermanns Tschaikowsky-Inszenierung, Christof Hetzers bildnerische Arbeit dulden in ihrer Ernsthaftigkeit und Gedankenfülle keine journalistischen Selbstgefälligkeiten. Gelegentliches Kopfschütteln kann das bedrückend-beeindruckende Gesamtergebnis kaum beschädigen.
Die dritte Basler Operndeutung des Teams (nach Honeggers «Jeanne d’Arc» und «La Bohème») geht sehr nahe an die Gestalten heran. Und dafür opfert sie Etliches. Die chorische Genreszene des Beginns mit der Hommage an Bizets Knabensoldaten gibt es nicht. Das Rokoko-Intermezzo in der Ballszene ist gestrichen. Das Unheimliche, das Bedrohliche, das, was sich hinter dem oft zitierten strahlenden «Mythos Petersburg» verbirgt – es drängt hier nach vorn, Orte, die der Kirche in Tarkowskis Film «Nostalghia» nachempfunden sind.
Die Bühne ist anfangs von einer kohlrabenschwarzen Wand verschlossen. Darin Fensterrechtecke, die die beengten ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Panorama, Seite 38
von Heinz W. Koch
Am 14. September 1971 gab Dietrich Fischer-Dieskau in der Berliner Philharmonie einen von Daniel Barenboim begleiteten Liederabend, dessen Mitschnitt nun erstmals vorliegt. Das Programm mit frühen Gesängen, den «Liedern eines fahrenden Gesellen» und einigen Rückert- bzw. «Wunderhorn»-Liedern bildet eine Auswahl der 1978 für EMI entstandenen Studioproduktion, bei...
Manchmal gibt es merkwürdige Synchronizitäten. Im Juni 2010 widmete sich Claus Guth an der Wiener Staatsoper bereits zum zweiten Mal Wagners «Tannhäuser» und zeigte einen Titelhelden, dem alles Heldische fremd blieb, der vielmehr zwischen Realität und Virtualität gefangen schien und nach diversen inneren und äußeren K(r)ämpfen schließlich im Irrenhaus landete...
Die Republik fördert die Entwicklung der Kultur und die wissenschaftliche und technische Forschung. Sie schützt die Landschaft und das historische und künstlerische Erbe der Nation.» Den Artikel 9 der italienischen Verfassung in einem Opernhaus vorzulesen, ist nicht üblich. Daniel Barenboim tat es, «tief besorgt», bevor er den Taktstock zur neuen «Walküre» hob....
