Auf dem Atem, aus dem Herzen
Nicht ein Kreuz ist es, das sich mahnend erhebt. Ein ganzer Haufen Kruzifixe quillt aus dem Hintergrund. Eine Halde oder eine weiße Hecke, die Leonora Schutz bietet vor der Unbill der Welt, besonders vor ihrer seltsamen Familie. Doch hat sich Anja Harteros herausgearbeitet zu Verdis drängelnden Rhythmen und erobert sich ihr erstes «Pace» mit betörender messa di voce. Dann passiert es. Als ob eine unsichtbare Hand all das szenische Glutamat entfernt hätte, erscheint einem dieser Moment. Und wichtig ist plötzlich nur noch eines: der singende Mensch.
Es ist ihre bislang beste Rolle, die mit heftigen Ovationen gefeierte Leonora in «La forza del destino». Anja Harteros führt an der Bayerischen Staatsoper vor: Gestaltung, Durchdringung einer Partie, Reaktion auf andere und anderes, Gesten, Einsatz der vokalen Mittel – all das ist das Ergebnis von Text- und Phrasenreflexion. Nicht von außen kann das hergestellt werden, durch ein Konzept, sondern nur durch den Interpreten selbst.
Mit dem Debüt als «Forza»-Leonora hat sich die Sopranistin endgültig in den Opern-Olymp gesungen. Auch, weil nun die Forte-Entladungen, die Spitzentöne stabiler sind als noch bei der «Trovatore»-Leonora einige ...
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Opernwelt Februar 2014
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Markus Thiel
Impressum
55. jahrgang, Nr 2
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752264
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
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Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 14.01.2014
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
Auf der Suche nach einem Ehemann gönnen sich die Mädchen von heute vorher einen Probelauf», bemerkt Delfa. «Bezaubernd ökonomisch ist das, und ausgebufft...» Dass die Delfa in der «Giasone»-Produktion der australischen Pinchgut Opera eine nicht mehr ganz taufrische Drag Queen ist, sorgte bei einigen Zuschauern für Unmut.
Das war auch schon bei den selbsternannten...
Engelbert Humperdincks post-wagnerisch-symbolistische Märchenoper «Königskinder», eine Mischung aus deutschem Volkslied und Hollywood-Sound, Wagner/Strauss-Orchester und Fernand-Khnopff-Mystik, wurde 1910 mit Geraldine Farrar an der Met uraufgeführt. Fünf Gesamt-, meist Live-Aufnahmen liegen vor: unter Richard Kraus (1952), Heinz Wallberg (1976), Fabio Luisi...
