Apropos... Spitzentöne
Frau Takala, es ist frühmorgens um sieben, die Met ruft an und bittet Sie, am selben Abend die Königin der Nacht zu singen. Sagen Sie zu?
Ich könnte das machen, aber vielleicht nicht in New York; der Flug ist zu lang. In München hingegen wäre es denkbar. Grundsätzlich hängt meine Entscheidung davon ab, welche Partien ich parallel singe. Ist es beispielsweise etwas viel Tieferliegendes, würde ich länger überlegen, ob das gut für mich ist.
Nehmen wir Gilda: Ginge das?
Eine «Rigoletto»-Vorstellung am Tag zuvor wäre zu riskant.
Gilda liegt zwar ebenfalls hoch, aber es ist Verdi und eine dramatischere Rolle, ein ganz anderer Stil als Mozart. Da würde ich vielleicht Nein sagen.
Die Königin der Nacht reicht bis zum dreigestrichenen F, Olympia in Offenbachs «Contes d’Hoffmann» bis zum Es, das «Entführungs»-Blondchen bis zum E. Wann haben Sie gemerkt, dass es Ihnen relativ leicht fällt, so hoch hinaufzufliegen?
Sehr früh! Ich hatte immer eine leichte natürliche Höhe und kam recht problemlos bis zum dreigestrichenen Fis. Deswegen sang ich im Chor immer den ersten Sopran.
Hat das Chorsingen Sie ermutigt, eine Solokarriere zu starten?
Ich habe im Alter von fünf Jahren mit der Violine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2019
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Jürgen Otten
Was ist Musik? Tönend bewegte Form, wie Eduard Hanslick postulierte, der einflussreichste Musikpublizist des späten 19. Jahrhunderts? Ausdruckskunst, die alle Sinne überwältigt, wie Richard Wagner sie in seinen mythenschweren Longplay-Dramen konzipierte? Klingender Einspruch gegen den Lärm der global verschalteten Welt? Reine Gefühlssache? Ungreifbare...
Am 8. März dieses Jahres ist der Komponist und Dirigent Michael Gielen gestorben – einer der scharfsinnigsten Musikpraktiker unserer Zeit. Was immer er anpackte, stets ging es ihm um das (unvollendete) Projekt der Moderne. Als Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt setzte Gielen ein neues, an der Gegenwart orientiertes Musiktheater durch – gemeinsam mit...
Knuddelig schauen sie aus, die drei Bernhardiner! Sie tragen zwar Prothesen, doch schließen wir sie deswegen umso inniger ins Herz. Leider sind die fantastischen Drei nicht echt, sondern nur Einrichtungsgegenstände, uns vage bekannt aus Haushalten von Zeitgenossen, die viel Geld und wenig Geschmack haben. Wollte Regisseur Mariano Pensotti damit auf die...
