Apropos... Familie
Herr Behle, machen Familienbande den Sängerberuf leichter?
Anfangs schon. Weil ich frühzeitig mit dem in Kontakt kam, was ich heute tue. Andererseits habe ich meine Probleme mit der Oper erst abgebaut, als ich Mitte 20 war. Und: Man tut als Jugendlicher nicht, was die Eltern tun. So bin ich trotzdem wie die Jungfrau zum Kinde gekommen. Ich studierte Schulmusik und Posaune. Meiner Gesangslehrerin im Nebenfach gefiel es, wenn ich Sänger karikierte. Das hat sie wohl meiner Mutter gesteckt.
Die sagte: «Komm mal her, Junge!»
Wie fand Ihre Mutter, was sie da hörte?
Sie fand eine schöne Höhe. Ich hatte nie einen wirklichen Stimmbruch durchlaufen. Und sie sagte: «Es wird viel Arbeit. Aber vielleicht lohnt es sich.» Dann merkte ich, dass mein Posaunenspiel fürs Orchester nicht reichen würde. Als mein Vater 1996 an Krebs starb, wenige Monate nach seiner Diagnose, fielen meine Mutter und ich in ein tiefes Loch. Der Gesang war unsere Form der Trauerarbeit.
Gibt es, was Stimme oder Musikauffassung angeht, Ähnlichkeit zwischen Ihnen und Ihrer Mutter?
Schöne Frage. Ich habe meiner Mutter kürzlich ältere Aufnahmen von ihr geschenkt. Zum Beispiel «Der Hirt auf dem Felsen» aus Gelsenkirchen mit dem ...
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Opernwelt April 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
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