Flügellahme Satire

Hindemith: Neues vom Tage Münster / Theater

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Paul Hindemith ist ein seltener Gast auf der Opernbühne. Vor Kurzem hat Bonn das frühe Einakter-Triptychon gespielt (OW 11/2012), jetzt wagt Münster sich an die Zeitsatire «Neues vom Tage», die 1929 an der Berliner Krolloper uraufgeführt wurde. Hindemith hat sich für dieses musikalische Spektakel mit dem Kabarettpoeten Marcellus Schiffer zusammengetan, der ihm ein Libretto lieferte, das sich am Vorbild der Revue orientierte und am Beispiel des scheidungswilligen Ehepaars Laura und Eduard den Star- und Sensationsrummel der damals aufkommenden Massenmedien dem Gelächter preisgab.

Schiffer hatte im Jahr zuvor mit seiner erfolgreichen Show «Es liegt in der Luft» den Begriff der Neuen Sachlichkeit zum Modewort gemacht, und sachlich bis zur Karikatur geht es auch in dieser lustigen Zeitoper zu. Weil man sich nicht einfach scheiden lassen kann, sondern es dazu – damals wenigstens noch – eines Trennungsgrunds bedurfte. Der findet sich im «schönen Herrn Hermann», dem Chef des «Büros für Familienangelegenheiten», der Laura bei einem Stelldichein im Museum romantisch-schwülstige Liebeserklärungen macht, die Hindemith im Kitsch-Duett à la Richard Strauss parodistisch auswalzt. Der ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Uwe Schweikert

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