Apropos... Balance

Mit 27 holte ihn Daniel Barenboim ins Ensemble der Berliner Lindenoper. Bis 2011 sang Hanno Müller-Brachmann dort die wichtigen Partien seines Fachs, von Leporello über Escamillo bis zum «Rheingold»-Wotan. Dann bekam er eine Professur in Karlsruhe. An seiner Opernkarrie­re liegt dem dreifachen Familienvater heute nicht mehr viel.

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Herr Müller-Brachmann, Sie planen Ihren Rückzug von der Opernbühne – mit Anfang vierzig. Warum?
Es ist kein definitiver Abschied, aber ich fahre die Zahl der Operntermine sehr zurück. Mein Debüt an der Metropolitan Opera als Escamillo habe ich abgesagt, weil wir in dieser Zeit mit unseren drei Kindern nach Karlsruhe gezogen sind. Ein Opernleben lässt sich nur schwer mit einer Familie vereinbaren.
 

An der Berliner Staatsoper hatten Sie schon 2011 gekündigt?
Ja.

Immer erst um 14 Uhr zu erfahren, wie der nächste Tag läuft, wurde auf Dauer zu schwierig. Meine Frau ist Neurologin und hat auch feste Termine. Unser jüngstes Kind ist jetzt sechs Jahre alt. In der uns verbleibenden gemeinsamen Zeit möchte ich als Vater präsenter sein als in der Vergangenheit.  
 

Haben künstlerische Gründe auch eine Rolle gespielt?
Ja, ich stand in den letzten Jahren zu oft auf der Bühne, ohne mich mit den Regieanweisungen identifizieren zu können. Zuletzt im «Ring», wo ich im «Rheingold» als Wotan debütieren durfte. 1998 kam ich an die Berliner Staatsoper, um in Produktionen von Ruth Berghaus oder Harry Kupfer zu singen. Später, bei anderen Regisseuren, hat die Arbeit mich zu oft nicht mehr erfüllt. Und auf ...

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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser

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