Was schöner ist als ein Aff'...
Einer der besten Sätze von Tante Jolesch ist folgender: «Was ein Mann schöner ist als ein Aff’, ist ein Luxus». Zumindest in Österreich hat das Zitat aus Friedrich Torbergs Buch Eingang in den Sprichwortschatz gefunden. Nach diesem Maßstab gibt sich die Neuinszenierung von Puccinis «La fanciulla del West» an der Wiener Staatsoper extrem luxuriös: Jonas Kaufmann ist mit seinem Partiedebüt als Dick Johnson zu erleben.
Er sieht nicht nur glänzend aus, sondern singt auch so, zumindest über weite Strecken, setzt oft aufs Verhaltene, bleibt aber auch im Auftrumpfen größtenteils souverän. Beckmesser könnte freilich anmerken, dass er gelegentlich auf die Tücken dieser Partie hereinfällt, da er die Stimme in der Mittellage (zu) breit zu machen und dadurch seiner Höhe – etwa den beiden hohen B’s in «Ch’ella mi creda» – etwas vom Squillo zu rauben scheint.
An Kaufmanns Seite die Titelheldin in Gestalt von Nina Stemme – optisch mit Pumuckl-Perücke und im ersten Akt mit Latzhose (Kostüme: Dagmar Niefind) nicht eben bevorteilt, vom Typ her auch kein verwunschenes Mädchen mehr. Doch das vergisst man, wenn sie singt: überzeugend, mit stählernem Klang, aber auch mit weicher, inniger Tongebung in ...
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Opernwelt Dezember 2013
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Gerhard Persché
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