Apotheose des Tanzes

Gluck: Orphée et Eurydice
Hamburg | Staatsoper

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Möchte uns John Neumeier «Orphée et Eurydice» heimlich als erste romantische Oper verkaufen? Die zentrale Bildfindung des Choreografen, der sich, leicht verfrüht, zum eigenen 80. Geburtstag Glucks Reformoper bescherte, gleicht mit Arnold Böcklins «Toteninsel» einer der zentralen Ikonen einer kunsthistorischen wie musikalischen Epoche – wovon der Komponist im Übergang vom fioriturenverschwurbelten Barock zur neuen Wahrhaftigkeit der Klassik noch kaum etwas ahnen konnte. Doch Neumeier geht das Wagnis einer Assoziation ein, die doppelt heikel ist.

Schließlich wird Böcklins Signet der Romantik bis heute auch als prägendes Element von Patrice Chéreaus Bayreuther Jahrhundert-«Ring» angesehen, wo es weiland zum Walkürenfelsen umgebaut wurde. Und diese Inszenierung gilt in der finalen Fassung von 1980 nun mal als die signfikanteste aller Zeiten. Neumeier reiht sich so gleichsam in eine Ahnengalerie der Giganten ein. Bloß nicht klein denken. Auch seine multiple Funktion eines für Regie, Choreografie, Bühne, Kostüm und Licht in Personalunion zuständigen Gesamtkunstwerkers setzt neue Maßtäbe. Und sogar auf der Bühne selbst ist, mit nur wenig Fantasie, ein Wiedergänger der Tanzlegende zu ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Peter Krause

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