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Kaiserslautern | Rossini: Wilhelm Tell

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Warum ist die eine Oper erfolgreich und die andere nicht? Rossinis «Wilhelm Tell» quillt über vor schönen Melodien, wirksam instrumentierten Szenen, massenkompatiblen Arien und stimmungsvollen Ensembles. Und doch hat sich nur die Ouvertüre als Wunschkonzert-Schmankerl etablieren können. Womöglich war das letzte Werk des Maestros aus Pesaro zu überraschend für seine Zeit.

Der «Tell» ist Welten vom «Barbier» entfernt, lässt sich eher zwischen frühem Verdi und Grand Opéra lokalisieren – und wenn man das Werk, wie in Kaiserslautern, auf Französisch aufführt, wird die enge Bindung zum Pariser Opernstil des frühen 19. Jahrhunderts noch deutlicher. Zudem braucht es für die beiden zentralen Rollen erstklassige Kräfte: einen Bariton und einen Tenor, die in der Lage sind, Fachgrenzen hinter sich zu lassen  – auch das eine hohe Hürde für die Dauerpräsenz im Repertoire.

Musikalisch ist die Aufführung im Pfalztheater ein starkes Plädoyer für das Stück. Das hat in erster Linie mit dem Orchester zu tun, das unter der Leitung von Uwe Sandner vom ersten Sturmwind der Ouvertüre bis zur heroischen Schluss-Apotheose alle Register zieht, die eine große Oper braucht. Sandner findet einen süffigen, ...

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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Dieter Lintz

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