Alles oder nichts
Rostock ist überall, kurzsichtiges Kaputtsparen in Kommunen keine deutsche Spezialität. Aus dem norwegischen Bergen ist jetzt ein klassischer Fall von Kulturdemontage zu vermelden. Dort wurde der seit Jahren erfolgreich arbeitenden Vest Norges Opera kurzerhand die Subvention gestrichen.
1981 von der Dirigentin Anne Randine Øverby auf privater Basis gegründet und seit 1997 mit staatlichen und städtischen Zuschüssen geführt, hat dieses nach der Norske Opera in Oslo zweite Opernhaus Norwegens in jeder Spielzeit fünf Opern produziert und an verschiedenen Spielstätten der Stadt herausgebracht. Eine besondere Touristenattraktion war immer das sommerliche Freiluftspektakel im Schlosshof.
Was die Stadt bewegt hat, dem Team um Frau Øverby Vertrauen und Geld zu entziehen, ist nicht ganz klar auszumachen, denn die Subvention wurde einem anderen Anbieter zugeteilt, der bis jetzt keine eigene Inszenierung auf die Beine gestellt hat und lediglich zwei auswärtige Produktionen, eine «Carmen» aus Glyndebourne und einen alten «Holländer» aus Bordeaux, eingekauft hat. Die Sommeroper (und damit eine wichtige touristische Einnahmequelle) entfiel in diesem Jahr ganz.
Das kommt einem Kahlschlag gleich, ...
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