Abfilmen reicht nicht

Kein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender bietet so viel musika­lische Hochkultur wie der Kulturkanal ARTE. Jean Wittersheim, dort Leiter der Redaktion Musik, Theate, Tanz erläutert, worauf es ankommt, wenn man Musik im Fernsehen mit ­Niveau präsentiert.

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Herr Wittersheim, die Ästhetik von Musiksendungen im Fernsehen hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt. Wie würden Sie die aktuellen Maßstäbe von ARTE vor diesem Hintergrund beschreiben?

Wir arbeiten vor allem mit drei Formaten: Opernübertragungen, Konzerte, Dokumentationen. Um mit Letzterem anzufangen: Unser Ziel bei Dokumentationen ist, eine Geschichte für die Zuschauer zu erzählen. Es ist nicht damit getan, ein Kurzinterview mit einem Künstler zu drehen und zwei, drei Proben mitzuschneiden.

In Dokumentationen stecken viel Arbeit und Vorkenntnisse der Filmregisseure. Don Kent, Bruno Monsaingeon oder Enrique Sánchez Lansch sind gute Beispiele dafür. Andererseits soll keine Fachsimpelei herauskommen, sondern etwas Nachvollziehbares, auch für ein größeres Publikum. Es geht darum, Kunst und Künstler zu respektieren, nicht, sie anzupreisen oder zu vermarkten. Ich denke allerdings, Dokumentationen sollten auch aktuell sein. Oper und Konzert – das ist Musik­leben von heute, die Künstler sind Menschen von heute. Wir porträtieren also auch junge Künstler. Nostalgie, zum Beispiel unsere Sendung über ­Maria Callas, ist schön und wichtig, aber sie braucht ein Gegengewicht. Bei ...

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Opernwelt Dezember 2007
Rubrik: Interview, Seite 26
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

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