«In der Oper muss man auch träumen»
Ein kostbares, dunkel getöntes Timbre. Eine bravouröse Beweglichkeit und eine mühelos ansprechende Stimme im Ziergesang. Ein stets waches, kultiviertes Stilgefühl. Schauspielerisches Temperament und eine anmutige Bühnenpräsenz. Laura Polverelli ist wie geschaffen für das Repertoire eines Koloraturmezzos. Und für die Hosenrollen der Opernliteratur. Die in hohen Tonlagen singenden antiken Ritter der Opera seria sind bei ihr so gut aufgehoben wie die verliebten jugendlichen Schwärmer und die heißblütigen, liebreizenden Pagen.
Mit ihrem umjubelten Amerika-Debüt als Cenerentola in Seattle, dem Auftritte in New York, Boston und Philadelphia folgten, gelang der in Siena geborenen Sängerin der internationale Durchbruch. Noch heute lebt Laura Polverelli mit ihrer Familie in Siena – wenn sie nicht auf Reisen ist. Und das ist sie oft. Seit der Spielzeit 2000/01 weist ihre Laufbahn steil nach oben. Mittlerweile hat Laura Polverelli sich ungeteiltes Ansehen auf verschiedenen Feldern erworben: als Mozart-Interpretin, als elegante Barockstilistin, als brillante Darstellerin des italienischen Belcanto-Repertoires, besonders in Rossini-Opern. Als «Italienerin in Algier» und Elena in «La donna del ...
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Am Schluss wird dann doch die bisher so manierlich mit Choristen und Solisten bevölkerte Treppenhaus-Bühne geflutet. Das Meerwasser bahnt sich ungehindert seinen Weg; über Stufen, Türschwellen und aus Wandöffnungen strömend – und – wir sind im doch so erhaltenswerten Théâtre du Capitole de Toulouse – auf wundersame Weise trotzdem nicht in den Orchestergraben...
Ähnelt die Turnhalle mit täuschend echt markiertem Parkettboden, den Mathis Neidhardt für Engelbert Humperdincks «Königskinder» in Zürich ausgelegt hat, nicht dem Klassenzimmer, in dem Peter Konwitschny seinen spektakulären Hamburger «Lohengrin» spielen ließ? Doch ein solches Zitat ist erlaubt, wenn man das Märchen-Libretto der «Königskinder» so gründlich und wach...
Vor einhundert Jahren stemmte in Trier ein siebenundzwanzigjähriger Kapellmeister fast im Alleingang Wagners «Ring». Der junge Wilde hieß Heinz Tietjen und entfachte als Regisseur und Dirigent in Personalunion an der Mosel ein regelrechtes «Wagner-Fieber», wie die Lokalpresse damals vermerkte. Es war der Startschuss für eine Karriere, die ihn zum preußischen...
