Glück im Unglück
Zu seinen Lebzeiten war das Teatro La Fenice Richard Strauss sehr zugetan. Man spielte schon kurz nach den Uraufführungen «Die Frau ohne Schatten», «Elektra», «Salome» und «Rosenkavalier». Das ganze 20. Jahrhundert über war Strauss’ Musik in Venedig präsent wie das Werk keines anderen deutschen Komponisten – ausgenommen die Opern Richard Wagners. In dieser Spielzeit hatte sich «La Fenice» für die hier noch nie aufgeführte bukolische Tragödie «Daphne» aus dem Jahr 1938 entschieden und dafür eine exquisite Besetzung engagiert.
June Anderson, die ihre unverbrauchte Stimme trotz langer Karriere wie ein edles Instrument beherrscht und den von Strauss ausgeheckten musikalischen Wettstreit zwischen Sopran und Holzbläsern spielend bestand, gab gleich nach der Derniere als Zugabe für alle Enthusiasten des späten Strauss noch ein berückendes Konzert mit den «Vier letzten Liedern».
Théodore Chasseriaus Öltableau «Apollo und Daphne» (1846) – ein Bild, auf dem sich die Beine der jungen Schönen schon in den Strunk eines Lorbeerbaums verwandelt haben, um sich den liebestollen Gott für immer vom Geäst zu halten – diente dem Textdichter Joseph Gregor nach eigenem Bekunden als Inspiration für ...
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