Verkehrte Welt im Theaterzelt
Es ist alter Väter Sitte: Auf das Vorspiel folgt in «Ariadne auf Naxos» die Oper. Im Festspielsommer 2012 macht sich Salzburg darum verdient, die Urfassung der Oper mit vorangestelltem Schauspiel «Der Bürger als Edelmann» neu zu befragen – doch schon ein paar Monate zuvor hat das Theater Heidelberg die altbekannte Allianz Vorspiel/Oper rotzfrech aus den Angeln gehoben, ohne etwas an den Noten zu ändern: Regisseur Lorenzo Fioroni deutet einfach Vorspiel und Oper genau anders herum.
Ein knallbuntes Ausstattungstheater mit virtuos gewechselten Pappkulissen gibt den Blick frei auf ein prachtvolles Palais, davor entspringt ein üppig dekoriertes Theaterpanoptikum, das in die Entstehungszeit des Werks führt. Nach Rüschenkleidern, Oldtimerauffahrten und glutvoll besungener heiliger Kunst gar kann es gar nicht mehr zur Oper «Ariadne» samt eingeschobener Buffotruppe kommen, denn: Das Finale ist mit Panzern vorm Palais und zusammenstürzenden Kulissen ein endgültiges.
Nach der Pause heißt es dann: Schminke runter und hinein ins «wirkliche Leben». Die Sänger des ersten Teils können Richtung Kantine oder nach Hause entschwinden, eine tief deprimierte Ariadne sitzt klagend am Schminktisch und ...
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Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Claus Ambrosius
Die Händel-Festspiele Göttingen befinden sich im Umbruch. Im November 2011 trat Laurence Cummings die Nachfolge Nicholas McGegans als Leiter des ältesten Barock-Festivals nicht nur Deutschlands, sondern der Welt an. Der 43-jährige Cembalist und ehemalige Kathedral-Chorknabe aus Birmingham hat die kleine Universitätsstadt im Sturm erobert. Mit seiner Überzeugung,...
ARTE
1.7. – 15.05 Uhr
Lully, ein unbequemer Komponist.
Dokumentation von Olivier Simonnet. Mit Philippe Jaroussky, Christina Pluhar, Véronique Gens und Thierry Hancisse.
1.7. – 18.30 Uhr
6./12./18./24./30.7. – 6.00 Uhr
Russische Musik.
Orchestre de Paris, Kazuki Yamada. Solist: Jean-Yves Thibaudet, Klavier. Werke von Glinka und Chatschaturjan.
2.7. – 0.25 Uhr
Lucerne...
Eine halbe Stunde zuvor: Gesangsübung im oberen Foyer. Beim Einlass dann: ein Notenblatt für jedermann. Und tatsächlich, am Ende des ersten Akts von Händels «Ariodante»: chorische Vorfreude auf die Hochzeit des Titelhelden mit der schottischen Prinzessin Ginevra – und das Publikum ist dabei, wenn auch etwas verzagt. Kein aufdringlicher Gag – das hat der...
