Wüstensand und Spinnstube
Sie haben sich persönlich gekannt und in gewisser Weise geschätzt, aber in künstlerischer Hinsicht können sie als Antipoden gelten: Alfredo Catalani, der letzte Romantiker der italienischen Oper, und Pietro Mascagni, der «Erfinder» des musikalischen Verismo. Catalani starb, nachdem er mit «La Wally» (1892) im Opernbetrieb endlich Fuß gefasst hatte. Mascagni, der ihn um ein halbes Jahrhundert überlebte, wurde zwar vom Erfolg verwöhnt, litt aber darunter, dass ihm kein großer Wurf wie «Cavalleria rusticana» mehr gelingen wollte.
Bongiovanni präsentiert jetzt erstmals die Jugendwerke der Kontrahenten, die beide aus der Toscana stammten.
Bei Catalanis «La falce» (Die Sichel) handelt es sich um seine Diplomarbeit am Mailänder Konservatorium, für die ihm kein Geringerer als Arrigo Boito das Libretto schrieb. «Egloga orientale» (orientalisches Hirtengedicht) ist die Gattungsbezeichnung, es ist eher eine szenische Kantate als eine Oper und dauert eine Dreiviertelstunde. Catalani, der eine Zeit lang in Paris studiert hatte und in Mailand im Kreis der «Scapigliati» mit der deutschen Musik und den Werken Richard Wagners vertraut gemacht wurde, vertritt darin einen musikalischen Stil, der ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Das Internet spricht eine deutliche Sprache. Wer sich ein paar Tage nach dem Tod von Birgit Nilsson und Anna Moffo etwa auf der Seite www.youtube.com einklickte, der fand dort nicht nur wunderbare Videoclips diverser lange verstummter Belcanto-Größen von Ettore Bastianini bis Zinka Milanov, sondern ebenso von trauernden Fans frisch hineingestellte TV-Ausschnitte...
Vor fünfundzwanzig Jahren von der Dirigentin Anne Randine Øverby auf privater Basis gegründet, ist die Vest Norges Opera in Bergen nach der Norske Opera in Oslo das zweite Opernhaus Norwegens, doch muss sie mit drei Prozent des dortigen Budgets auskommen. Seit einigen Jahren beteiligt sich der Staat mit zweihunderttausend Euro, die Stadt mit...
Die Dichte an Opernhäusern in Deutschland ist nach wie vor einzigartig. Wer in Amerika oder Japan, in Skandinavien oder Italien mit Theaterleitern spricht, wird überall auf ähnliche Reaktionen stoßen: so viele Häuser, so viele Eigenproduktionen, so viel Tradition, so viele Profile – was für ein Potenzial, was für ein Reichtum an kultureller Grundversorgung. Wie...
