Learning by Doing
Der Lärmpegel in der Salzburger Universitätsaula ist hoch. Und er klingt heller als bei einer normalen Premiere. Damit auch die Kleinsten die Bühne sehen, werden Sitzkissen verteilt. Zwei Techniker schrauben noch am Bühnenbild, da legt das Orchester schon mit barocken Tänzen los. Und plötzlich singen die Handwerker mit, der eine nennt sich Franz Flaut, der andere Niklas Zettel. Kennen wir die nicht irgendwoher? Ach ja, Shakespeares «Sommernachtstraum».
Willkommen zur «Feenkönigin» für Kinder! Für die acht Vorstellungen hat Henrik Albrecht ein spritziges Pasticcio mit Motiven aus Purcells «Fairy Queen», «King Arthur» und «Dido» arrangiert. Was Oper ist und wie sie funktioniert, das macht auch Elena Tsavara in ihrer hinreißend fantasievollen Inszenierung sinnlich erfahrbar. Flaut (Oliver Johnston) und Zettel (Unnsteinn Áranson) schütteln Schnee auf die Kulissen, schwenken Wolken, werfen Blitze. Das junge Publikum darf beim Zaubern helfen, am Ende singt sich ein verspätetes Besucherpaar (Mingjie Lei und Albina Latipova) aufgeregt durch die Reihen. Zettel verwandelt sich zum «Cold Song» in einen Esel (Ausstattung: Elisabeth Vogetseder), aus dem Lamento «When I am laid in earth» wird ...
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Opernwelt September/Oktober 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Georg Rudiger
Gerade ist in Verona das Arena Opera Festival 2016 zu Ende gegangen. Wie so oft in den vergangenen Jahren erlaubte die angespannte finanzielle Situation nur einen eher müden Spielplan mit notdürftig aufgepeppten Altinszenierungen der «Aida», «Carmen», «Turandot», «Traviata» und des «Trovatore». Als einzige Neuerung im Déjà-vu waren zwei Leuchttafeln für Untertitel...
Frau Prohaska, Sie haben kürzlich ein Album mit Arien von Purcell, Graupner, Sartorio, Locke, Castrovillari, Händel, Hasse und Cavalli veröffentlicht. Titel: «Serpent & Fire» – ein blütenreines Konzeptalbum. Warum ist das nicht bei Ihrem Haus-Label, der Deutschen Grammophon, erschienen?
Es war dort geplant. Als sich die Führungsstruktur bei der Deutschen Grammophon...
Als es ans Sterben geht, wird es feucht. Nicht nur in den Augen mancher Zuhörer, sondern auch am Himmel. Doch der Wettergott hat ein Einsehen, es tröpfelt nur ein wenig. Keiner der 2000 zahlenden Besucher und der 20 000 erwünschten Zaungäste muss weichen, ehe Violetta Valery ihr Leben ausgehaucht hat. Niemand möchte missen, was Marina Rebeka zu singen hat....
