Von Menschen und anderen Pferden
So einen Schluss gibt’s nicht noch mal im Musiktheater. Ein herzzerreißender instrumentaler Aufschrei auf einem Ton, fortissimo diminuendo; kantig hartes Schlagwerk, Rührtrommeln, ein erbarmungslos herausgestanzter Rhythmus, in Noten gesetzter Stechschritt. Das Ganze wie in Zeitlupe wegbröckelnd ins Nichts. Und in der Stille tut es alles dann erst richtig weh.
Sollte es zumindest.
Doch in der Salzburger Felsenreitschule ist man viel eher überrumpelt vom schonungslosen Einsatz des vielköpfigen Sängerensembles, aus dem Laura Aikins mitreißende Marie, Tomasz Koniecznys knorriger Stolzius, Daniel Brenna mit darstellerischem wie stimmlichem Macho-Muskelspiel als Desportes, die wohltönende Charlotte von Tanja Ariane Baumgartner sowie die scharf charakterisierte Gräfin de la Roche der Legende Gabriela Benacková ragen. Und auch von den über die ganze Breite des Raums und auf zusätzlichen Emporen ausgelegten Wiener Philharmonikern (samt Bühnenorchestern, Schlagwerkern, Jazz-Combo etc.) unter dem energisch koordinierenden Ingo Metzmacher.
Richtig betroffen schien kaum einer. Am wenigsten vermutlich jene, denen Besitz und Position Hochmut ins Gesicht geschrieben haben, wiewohl Zimmermanns ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 34
von Gerhard Persché
Ostwestfalen-Lippe brennt für Richard Wagner. Während das Theater Bielefeld, die größte Bühne der Region, sich auffallend abstinent gibt und das kommende Jubiläumsjahr zu ignorieren scheint, wagt man an den umliegenden Kleinsthäusern immer wieder das schier Unmögliche: Im Landestheater Detmold, einem Theaterjuwel mit knapp 650 Plätzen, gibt es einen vollständigen...
Während der zehn Jahre seiner Intendanz am Bonner Theater hat Klaus Weise in der Oper gezielt das selten gespielte Repertoire des frühen 20. Jahrhunderts gepflegt und zumeist auch selbst inszeniert. Es waren veritable Entdeckungen dabei, etwa Franz Schrekers «Irrelohe» oder Eugen d’Alberts «Golem». Zum Abschied hat er nun Paul Hindemiths Triptychon auf die Bühne...
Das «Helikopter-Streichquartett» (siehe Anmerkungen am Ende des Textes: Hörbeispiel 1) bildet das Herzstück der dritten Szene der Oper «Mittwoch aus Licht». Stockhausen schrieb es in den Jahren 1992 und 1993 im Auftrag der Salzburger Festspiele, die es allerdings nie aufführen konnten. Erstmals gespielt wurde das Opus 1996 in Amsterdam mit dem Arditti Quartett,...
