Ergreifendes Kammerspiel

Minden | Wagner: Tristan und Isolde

Opernwelt - Logo

Ostwestfalen-Lippe brennt für Richard Wagner. Während das Theater Bielefeld, die größte Bühne der Region, sich auffallend abstinent gibt und das kommende Jubiläumsjahr zu ignorieren scheint, wagt man an den umliegenden Kleinsthäusern immer wieder das schier Unmögliche: Im Landestheater Detmold, einem Theaterjuwel mit knapp 650 Plätzen, gibt es einen vollständigen «Ring» im Repertoire, der mehr als respektabel ist, zudem einen ebensolchen «Parsifal».

Und im neobarocken Stadttheater Minden, das sogar noch 100 Plätze weniger zählt, hat sich der örtliche Richard-Wagner-Verband nun zu seinem 100. Geburtstag «Tristan und Isolde» geschenkt – nach «Holländer», «Tannhäuser» und zuletzt «Lohengrin» (2009) die vierte eigenständige Produktion einer ausgewachsenen Oper des Meisters. Die Fäden laufen seit zehn Jahren bei der Rechtsanwältin Jutta Winckler zusammen, der Ersten Vorsitzenden des inzwischen auf knapp 350 Mitglieder angewachsenen Mindener Wagner-Verbandes – des einzigen weltweit, der selbst als Produzent auftritt.

Das jüngste Ergebnis zeigt, wie sich der Enthusiasmus von Laien hier auf das Glücklichste mit höchster Professionalität und gewitztem Pragmatismus vereint. Selbst mit viel ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Regine Müller

Weitere Beiträge
Von Menschen und anderen Pferden

So einen Schluss gibt’s nicht noch mal im Musiktheater. Ein herzzerreißender instrumentaler Aufschrei auf einem Ton, fortissimo diminuendo; kantig hartes Schlagwerk, Rührtrommeln, ein erbarmungslos herausgestanzter Rhythmus, in Noten gesetzter Stechschritt. Das Ganze wie in Zeitlupe wegbröckelnd ins Nichts. Und in der Stille tut es alles dann erst richtig weh.

Sollt...

... Amerika

Frau Radvanovsky, an der Met sind Sie ein Star, bei uns kennt man Sie kaum. Wie kommt das?
Das Problem ist, dass man in Europa zu spät bucht. In Nordamerika mache ich die Verträge sechs bis sieben Jahre im Voraus, in Europa fragt man jetzt für die nächste Saison an. Ich bin der Diskussionen darüber schon fast müde.

Was müssen Sie ändern, um mehr Auftritte in Europa...

Mozart aus New York, Verdi unter der Hafenbrücke

Wenn die Wirtschaft strauchelt und die Touristen wegbleiben, müssen sich Kulturschaffende, zumal in einer nicht gerade als kunstsinnig geltenden Nation wie Australien, umso stärker um Geldgeber bemühen und umso engagierter um ihr Publikum werben. So ist in den Opernhäusern die Zahl der Besucher zurückgegangen, besonders in Sydney, wo man aufgrund einer...