Tierisch drauf
Der österreichische Komponist Johannes Maria Staud war im Sommer dieses Jahres einer von zwei composers in residence des Lucerne Festivals. Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters, nahm dies zum Anlass, einen schon früher erteilten, bisher aber noch nicht realisierten Auftrag zu erneuern. Im September endlich wurde Stauds Oper «Die Antilope» an dem kleinen Haus uraufgeführt, in Koproduktion mit dem Lucerne Festival und der Oper Köln.
Das Libretto stammt wie das von Stauds Opernerstling «Berenice» von dem mehrfach preisgekrönten Lyriker und Essayisten Durs Grünbein.
Im Zentrum des Textes steht der Aussteiger Victor. Bei einer Firmenparty springt er aus dem Fenster. Wie durch ein Wunder dem Tod entronnen, begegnet er in der Folge verschiedenen Menschen – alle ebenso unglücklich wie er selbst. Seine Sehnsucht nach einem freien Leben versinnbildlicht das Bild der Antilope, die von Afrika träumt. Doch am Schluss holt die Firmenrealität Victor wieder ein.
Ein Stationendrama mit bissigem Humor, das Stauds Stil-Pluralismus sehr entgegenkommt. Er ist ein Eklektiker – als Bühnendramatiker ein Antipode Olga Neuwirths und ein Verwandter Detlev Glanerts. Wenn die Firmenmitglieder mit ...
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Opernwelt November 2014
Rubrik: Magazin, Seite 78
von Thomas Schacher
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Zwei der bedeutendsten italienischen Primadonnen des vergangenen Jahrhunderts sind kurz nacheinander verstorben. Beide in einem biblischen Alter von über hundert Jahren – Licia Albanese mit 105 (am 15. August in New York), Magda Olivero mit 104 (am 8. September in Mailand).
Licia Albanese ging als eine der großen Puccini-Sängerinnen ihrer Zeit in die...
Auch informierte Historiker hätten wohl nicht mit dem Interesse gerechnet, das der Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren in Deutschland – wo das mahnende Gedenken an den Zweiten eine viel größere Rolle spielt – bei Medien und Publikum auslöste: Die alten und neuen Bücher zum Thema stapeln sich, Fernsehreihen, Ausstellungen, ja selbst Comics pointieren...
