Man trifft sich in Paris
Am Anfang der Operngeschichte stand die Idee eines Schauspiels, in dem die Worte nicht gesprochen, sondern gesungen werden.
1 Die Formeln, mit denen die ersten Opernkomponisten das aus dem Sprechen abgeleitete Singen charakterisierten, heben die Vermittlung zwischen beiden Formen menschlicher Mitteilung hervor: Jacopo Peri etwa teilt mit, dass er in seiner «Euridice» (Florenz 1600) ein «Mittelding» («cosa mezzana») zwischen dem normalen Sprechen und dem melodischen Singen gesucht habe,2 und Emilio de’ Cavalieri spricht im Vorwort seiner «Rappresentazione di anima, et di corpo» (Rom 1600) vom «recitar cantando», dem «singenden Sprechen», das Grundlage seines Werks sei.3
Schon früh erkannte man die Gefahr, die eine durchgehend rezitativische Gestaltung in sich birgt: Der Hörer wird müde, er langweilt sich ob des gleichbleibenden Tonfalls, mag er auch noch so differenziert gestaltet sein. Peri und Giulio Caccini lockerten in ihren «Euridice»-Opern den Rezitativfluss bereits durch kleine Ensembles, Ritornelle und liedhafte Sätze auf, Monteverdi ging im «Orfeo» (Mantua 1607) sogar noch entschieden weiter und bot ein wahres Kontrastpanorama unterschiedlichster Formen, Besetzungstypen und ...
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Opernwelt März 2011
Rubrik: Thema, Seite 32
von Thomas Seedorf
Ein paar Tage vor dem Probenbeginn in München war sie spazieren. Unweit von Zürich, in der Nähe ihres Hauses, wo sie noch einmal den Kopf freibekommen wollte für die nächsten Wochen. Da durchfuhr sie ein merkwürdiges, ein überraschendes Gefühl: «Was ist denn das?», habe sie sich gedacht. «Auf einmal freue ich mich richtig auf die ‹Traviata›.» Und irgendwie, so...
«Meine Erfahrung mit ‹Fidelio› ist eine ganz einfache: Ich bin als Zuschauer immer eingeschlafen, wenn ich diese Oper gesehen habe. Deshalb habe ich mich gefragt: Schaffst du eine Inszenierung, bei der das Publikum nicht einschläft? […]. Es ist eine wunderbare Oper, aber sehr statisch. Bewegung zu schaffen war die Herausforderung.» So formulierte Manfred...
Man muss ihn wohl als Lebenskünstler bezeichnen. Wilfried Hiller hat nie mit seiner Energie und Fantasie gegeizt. Wahrscheinlich ist ihm gerade deswegen immer neue zugewachsen. Ein ganzes Berufsleben lang, von 1971 bis 2006, war er Musikredakteur beim Bayerischen Rundfunk, hat dort über 21 000 Stunden Programm zusammengestellt und viel bewirkt in Sachen Neue Musik...
