Singen aus der Volksseele

Biografien über den Tenor Gustav Walter und den Bass Heinrich Pflanzl

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Aus den Ohren, aus dem Sinn. Gustav Walter, Heinrich Pflanzl: zwei Sänger, Tenor der eine, Bass der andere, Ersterer in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts tätig, der andere in den ersten sechs Jahrzehnten des zwanzigsten, beide zu Lebzeiten angesehen und danach fast vergessen. In den großen deutschen Sängerlexika kommen die beiden nur marginal vor; Jürgen Kesting erwähnt Walter in Zusammenhang mit anderen Sängern und der Bemerkung, die «raren und nur vereinzelt in Anthologien aufgenommenen Platten» dieser Künstler entsprächen kaum ihrem Ruhm.

Das verrauschte Tondokument aus dem Jahr 1904, das via YouTube im Internet angeboten wird – Walter singt Schuberts Am Meer – lässt in der Tat kaum erahnen, dass er auch als ­70-Jähriger noch über erstaunliche Mittel verfügte. Die Interpretation freilich bietet jene Sentimentalität, die auch das Wiener Abendblatt vom 13. März 1893 beschrieb: «Im Auslande glaubt man zu Unrecht, dass wir in Wien an Walter seine kleinen Mängel, seine Schluchzer und ähnliche Kleinigkeiten lieben. Das ist ein ebenso großer Irrthum, als der in Deutschland verbreitete Aberglaube, dass im Tremolieren die ‹Wiener Schule› der Gesangskunst beruhe.» Geliebt ...

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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Gerhard Persché

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