Ideal verwirklicht

Humperdinck/Mitterer: Schneewittchen
Hamburg | Staatsoper | Opera stabile

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Ja, die sieben Zwerge sind wirklich traurig, als das ihnen zugelaufene Schneewittchen scheintot in seinem Sarg aus Eiskristallen liegt. Doch einer der sieben Winzlinge ist einfach nur ehrlich, wenn er sich fragt: «Wer putzt denn jetzt?» In gendergerechten Zeiten gilt es schließlich, das Verhalten jener Männer-WG zu hinterfragen, deren Bewohner wie Wagners Nibelungen im Bergwerk schuften und ziemlich froh sind, dass tagsüber endlich mal ein weibliches Wesen zu Hause für Ordnung sorgt.

Und der Prinz, der sich am Ende unsterblich ins entzückende Schneewittchen verliebt, gibt zwar zunächst den präpotent-blaublütigen Jüngling, ist aber ein echter Angsthase, der erst einmal das Weite sucht, als die Angebetete unverhofft aufwacht, nachdem ihr der von der bösen Königin verabreichte Giftapfel aus dem Halse gehüpft ist. Die tausendmal Schönere gibt sich hernach eindeutig emanzipiert: Keck schnappt sie sich das dem Prinzen vorbehaltene Steckenpferd (und eben nicht das ihr vom Königssohn angebotene) und reitet mit ihm zum Schloss seines Vaters.

Keineswegs aufgesetzt zeitgeistig, sondern unverkrampft heutig setzt Birgit Kajtna den Märchenklassiker in der Opera stabile der Hamburgischen ...

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Opernwelt April 2019
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Peter Krause

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